Eine Chance zur soliden Weiterbildung und Förderung von Nachwuchskräften wurde also der kurzfristigen Gewinnmaximierung durch Überstunden geopfert. Und das dem Vernehmen nach vor allem von besonders großen und renommierten Münchener Agenturen – wir brauchen wohl keine Namen zu nennen. Zuletzt versuchte Derschow deshalb noch, das Angebot der MCAD auf kompakte Einheiten von Freitag bis Sonntag zu komprimieren, doch die organisatorischen Hürden für eine solche Lösung entpuppten sich am Ende als unüberwindbar.

Fassen wir zusammen: Ein hochkarätig besetztes Bildungsangebot scheitert an denen, die am meisten davon profitieren würden: den Agenturen. Sie schaden damit dem eigenen Nachwuchs, dem Standort München, vor allem aber natürlich sich selbst. Und sie schlagen all denen ins Gesicht, die sich jahrelang unentgeltlich in ihrer Freizeit mit viel Herzblut und Engagement um den Nachwuchs verdient gemacht haben. Das ist sehr traurig. Vor allem aber ist es sehr dumm.

Unsere Reaktion bei Sassenbach Advertising steht bereits fest: Wir werden die Zahl der Azubis von 1 auf 3 erhöhen. Und unser bereits bestehendes internes Fortbildungsprogramm noch stärker ausbauen. Jetzt erst recht.

Text: Hans Neubert



W&V Redaktion
Autor: W&V Redaktion

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