Sparkurs beim Agenturriesen :
WPP legt Maxus und MEC zusammen

Die Mediagruppe Group M aus der WPP-Holding verschmilzt die beiden Agenturtöchter zu einer. Man will lieber in Wachstumsfelder investieren.

Text: Susanne Herrmann

Group M Ceo Kelly Clark (l.), MEC-Ceo Tim Castree, der den neuen Agenturriesen leiten wird.
Group M Ceo Kelly Clark (l.), MEC-Ceo Tim Castree, der den neuen Agenturriesen leiten wird.

Ist das Mediageschäft also im Umkehrschluss ein rückläufiges? Geld sparen will Group M hier jedenfalls. Und legt nun zwei Mediaagenturen, die unter WPPs Group M geführt werden, zusammen. Als "Portfolio-Umstrukturierung" läuft das in der offiziellen Mitteilung. Es gehe darum, den Service und die Arbeit mit den Kunden zu verbessern.

Betroffen sind MEC und Maxus. Aus den zwei Mediaagenturen wird künftig eine. Die weltweiten Teams werden unter der Führung von MEC-CEO Tim Castree zusammengelegt - so entstehe, freut man sich bei Group M, eine "neue Milliarden Dollar schwere Media-, Content- und Technologie-Agentur". Wie der Milliardenbrocken heißen wird, steht noch nicht fest.

Investiert wird in Essence, zugekauft 2015. Die Digitalagentur wird aufs klassiche Mediageschäft erweitert und soll global im Media- und Kreativgeschäft der Agenturgruppe sichtbarer werden. Heißt: Büros in weiteren Ländern aufmachen.

Drei Mediariesen und eine Digitalagentur

Das laufe dann auf drei mächtige Media-Networks  unter dem Dach der Group M hinaus: der neue Riese zusammen mit Mindshare und Mediacom. Alle drei lägen bei Jahresumsätzen von mehr als einer Milliarde Dollar. Als vierte Agentur ist Essence dabei, in alle werde man investieren und  technisch aufrüsten.

MEC betreibt weltweit 127 Büros und arbeitet für Kunden wie L’Oréal und Vodafone. Maxus hat 70 Niederlassungen und Kunden wie NBC Universal und Barclays. Sparen kann man da an Büroflächen, bei der IT und Verwaltung - möglicherweise auch bei der Zahl der Mitarbeiter. Konkrete Sparpläne liegen aber noch nicht auf dem Tisch.

Die Mediaagenturen stehen seitens der Kunden, die ihrerseits sparen wollen, unter Druck in einem wettbewerbsintensiven Umfeld. Kelly Clark, Group M Global CEO: "Uns geht es darum, den Service für die Kunden zu verbessern. Die Zusammenlegung ermöglicht uns einen größeren Fokus, hilft uns dabei, uns weiterzuentwickeln und unser Tempo zu erhöhen." Clark war erst vorigen September Clark vom CEO Group M North America zum weltweiten Chef aufgestiegen.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.