Konsolidierung :
WPPs neuer Brandingriese heißt Superunion

WPP restrukturiert einen Großteil der Designagenturen. In Deutschland verschmelzen Brand Union und Lambie Nairn zu Superunion.

Text: Peter Hammer

Tobias Phleps ist Deutschland-Chef von Superunion. Er sieht großes Potenzial in der neuen Konstellation.
Tobias Phleps ist Deutschland-Chef von Superunion. Er sieht großes Potenzial in der neuen Konstellation.

Vor einigen Wochen hieß es, WPP werde einen Großteil seiner Designagenturen weltweit konsolidieren. Jetzt ist der neue Brandingriese startklar: Superunion vereint die Agenturen Brand Union, Lambie Nairn, The Partners, Addison Group und VBAT.

In Deutschland werden Brand Union mit Sitz in Berlin und in Hamburg sowie Lambie Nairn aus München zusammengelegt. CEO der neuen Gruppe ist Tobias Phleps, bislang CEO der Brand Union Germany. Er wird von einem zehnköpfigen Management-Team unterstützt. Die neue Gesellschaft beschäftigt rund 80 Mitarbeiter und macht geschätzt einen Umsatz von Höhe von 10 Millionen Euro.

Glaubt man Phleps, so bringt die neue Konstellation viele Vorteile mit sich. So eine substanzielle Ausweitung des Leistungportfolios. "Wir addieren die Kompetenzen der Teams und bieten so weitere Services aus einer Hand. Mit der neuen Agenturmarke Superunion werden wir für unsere Kunden eine stärkere Präsenz haben", sagt der Deutschland-Chef.

Lambie Nairn ist eine wichtige Ergänzung

Mit der ehemaligen Addision Group kommt ein Anbieter zur Gruppe, der sich unter anderem einen guten Namen mit Corporate Literature gemacht hat. Ein Thema, das Brand Union bis dato nicht abgedeckt hatte.

Aufwertung bedeutet auch die Integration von VBAT, einer renommierten Packaging-Agentur, die unter anderem für Henkel arbeitet. Und mit The Partners, einer vielfach ausgezeichneten Designagentur, glaubt Phleps in Zukunft auch den kreativen Anspruch in Deutschland glaubhafter darstellen zu können.

Eine wichtige Ergänzung vor allem in Deutschland ist zudem die Fusion mit Lambie Nairn. Die 16-köpfige Münchener Agentur hat ihren Schwerpunkt bei Digital und Motion Graphics und ist laut Phleps "sensationell erfolgreich". Beide Bereiche musste Brand Union bislang zukaufen. Personell ändert sich in München nichts. Bastian Lindberg und Philipp Mühlbach bleiben als Standortverantwortliche weiter an Bord. Einer der wichtigsten Kunden ist Telefonica. 

Koordiniert wird die Gruppe in London

Weltweit nimmt Superunion mit 750 Mitarbeitern an 23 Standorten in 18 Ländern nach eigenen Angaben eine führende Position ein. Jüngere Bestandskunden sind Airbus, Audi, BBC, Euronews, FIFA, Gruppo Campari, ITV, Jägermeister, JLL, Maria Galland, Mazda, Saint-Gobain, Sanofi Aventis und der Logistiker Transporeon. Neukunden in Deutschland sind unter anderem der Immobilienentwickler CBRE, die Deutsche Bahn sowie die Schweizer Unternehmen PPT AG und der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB).

Jim Prior, bislang CEO von The Partners und The Partnership, ist nun der weltweite CEO von Superunion. Simon Bolton, zuvor CEO von Brand Union, ist globaler Executive Chairman. Koordiniert wird die Gruppe in London.