Payment :
Amazon testet mit "Pay Places" das Bezahlen am Point of Sale

Amazon will den stationären Handel erobern. Diesmal nicht mit einem neuen Handelskonzept, sondern mit der In-App-Bezahllösung Amazon Pay Places.

Text: Verena Gründel

Amazon hat eine neue Erlösquelle für sich entdeckt: Payment im Einzelhandel
Amazon hat eine neue Erlösquelle für sich entdeckt: Payment im Einzelhandel

Auch im stationären Handel kann man nun mit Amazons eigener Online-Payment-Lösung bezahlen - zumindest in den USA in einigen Filialen der Restaurantkette TGI Fridays. Dort testet der Onlinehändler erstmals die neue App-basierte Bezahllösung "Amazon Pay Places", wie "Techcrunch" berichtet. Mehr Akzeptanzstellen sollen laut Informationen des Magazins bald folgen.

Alles, was der Kunde dafür braucht, ist ein Amazon Account mit hinterlegter Bankverbindung oder Kreditkarte und die Amazon-App auf seinem Smartphone. Allerdings setzt das Bezahlen per Amazon in diesem Projekt voraus, dass man die Gerichte und Getränke auch in der Amazon-App bestellt. Es bieten sich also vor allem fürs Bestellen und Abholen an. 

Amazon Pay hat in Deutschland kaum Bedeutung

Amazon Pay Places ist die Erweiterung von Amazon Pay auf den stationären Handel. Mit Amazon Pay kann man bei anderen Onlinehändlern, die dieses Bezahlverfahren anbieten, über seinen Amazon-Account bezahlen. Allerdings nutzen dies bisher wenige Deutsche. Nur 1,1 Prozent des Umsatzes der 1.000 größten Onlinehändler wird darüber abgewickelt, zeigt die aktuelle EHI-Studie Online-Payment 2016. Der größte Konkurrent, Paypal, kommt auf fast 20 Prozent. 

Im stationären Handel dagegen ist der Markt der Mobile-Payment-Lösungen noch komplett offen. Viele kleine Anbieter haben sich an Lösungen versucht und auch einige größere Anbieter, unter anderem Paypal, haben Tests gefahren. Doch die Fragmentierung der Bezahl-Apps lockt den Kunden bisher nicht, er bezahlt weiterhin am liebsten in bar. Payback ist in Deutschland aktuell der vielversprechendste Kandidat: Über die Payback-App kann man aktuell unter anderem bei Real, Dm und Rewe bezahlen. 

Selbst Apple Pay ist zwar in vielen Ländern um Deutschland herum schon verfügbar. Aber der iPhone-Hersteller scheint im deutschen Markt aktuell kein Potenzial zu sehen. Bis Amazon mit einer eigenen In-App-Bezahllösung nach Deutschland kommt, dürfte also ebenfalls noch einige Zeit vergehen. 


Autor:

Verena Gründel

ist seit April 2017 für das Marketingressort der W&V tätig. Davor schrieb sie für iBusiness über Digitalthemen. Nach Feierabend kocht und textet sie für ihren Foodblog – und gleicht das viele Essen mit ebenso viel Sport aus. Wenn sie länger frei hat, reist sie am liebsten mit dem Auto durch Lateinamerika, von Mexiko bis an die Südspitze Argentiniens.