Influencer-Marketing :
Anna Frost: Lieber eine Kooperation weniger als sich verheizen lassen

Kaum eine Mode-Bloggerin hat so viel Erfahrung wie Anna Frost - zehn Jahre. Deswegen nimmt die 31-Jährige auch kein Blatt vor den Mund - etwa über "vergessene" Kennzeichnungen bei der Konkurrenz.

Text: Annette Mattgey

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Jetzt wieder blond: Erst vor kurzem hat Anna Frost ihren Typ verändert - und auch das per Youtube-Video geteilt.
Jetzt wieder blond: Erst vor kurzem hat Anna Frost ihren Typ verändert - und auch das per Youtube-Video geteilt.

Inzwischen ist aus dem Pseudonym "Anna Frost" längst auch der bürgerliche Name geworden - festgehalten im Personalausweis. Unter fafine.de bloggt Frost über Mode, Lifestyle, Beauty, seit Neuestem auch über ihr Leben mit Mann und Baby. Ganz frisch: Ihre Veränderung von der Brünetten zur Blondine (festgehalten im Blog und Youtube-Video). Die aktuelle Debatte, die unter anderem in der Facebook-Gruppe "Rettet das Influencer-Marketing" geführt wird, verfolgt sie aufmerksam und redet Klartext im Chat-Interview mit W&V.

Beim Thema Kennzeichnung gehen die Meinungen auseinander. Was ist Ihre Haltung?

Mir ist es wichtig, deutlich zu kennzeichnen. Und zwar nicht nur, weil ich rechtlich dazu verpflichtet bin. Sondern auch, weil ich es meinen Leserinnen und Lesern schuldig bin, transparent zu arbeiten. Kennzeichnung ist für mich das A und O und mit das Wichtigste bei meinem Job als Bloggerin, Youtuberin und Instagrammerin. Ich wäre nicht zehn Jahre in dem Business, wenn ich meine Leser und Zuschauer hinters Licht führen würde. Ehrlich gesagt gibt es da auch keinen Grund, nicht zu kennzeichnen: Ich verstehe meine Kolleginnen und Kollegen nicht, die eine Kennzeichnung "vergessen" oder zwischen Hashtags verstecken. Das Argument "Der Kunde will das so nicht" ist mir bisher noch nie untergekommen, und sollte das passieren, wäre ich nicht Teil dieser Kampagne.

Welches Feedback bekommen Sie dazu von Ihren Followern?
Von den Lesern und Zuschauern wird es als positiv empfunden, wenn klar und deutlich sichtbar ist, dass ich für ein Produkt nichts bezahlt habe (Product-Placement) oder aber für ein Video, einen Beitrag oder einen Instagram-Post bezahlt worden bin. Deswegen ist die Performance der Kampagne nicht schlechter.

Die Szene hat sich - dank Instagram - stark verändert. Wie wird es weitergehen?

Wer sich selbst und seinen Followern, Lesern und Zuschauern treu bleibt, hat nichts zu verlieren. Das ist einfacher gesagt als getan – wie man an der aktuellen Debatte sieht. Dazu gehört, einfach mal das Hirn einzuschalten: Passt diese Kooperation zu mir und meiner Zielgruppe? Genau das ist die Herausforderung an diesen Beruf. Da wird sich zeigen, wer das auf lange Zeit durchhalten kann und wer sich nur für 'ne schnelle Mark verheizt. Oder verheizt wird. Eine abgesagte, weil nicht passende Kooperation kann viel mehr wert sein als eine, mit der man gut verdient, die aber nicht zu einem passt. Denn sie könnte die letzte gewesen sein, wenn einem dadurch die Follower abhauen.

Mir ist es daher wichtig, den Kunden zu ­beraten, ihm zu erklären, warum die Kampagne in dieser Form nicht geht. Schließlich bezahlt er nicht zuletzt dafür, seine Marke vernünftig bei den Lesern platziert zu bekommen. Und da niemand meine Zielgruppe so gut kennt wie ich, habe ich dem Kunden ­gegenüber einen Beratungsauftrag.

Das vollständige Interview mit Modebloggerin Anna Frost lesen Sie in der aktuellen W&V Nr. 30/2017. Interessiert Sie das Thema Influencer-Marketing? Dann sichern Sie sich unser 3-teiliges Themen-Special. Hier geht's zur Bestellung.

Im W&V-Dossier gibt es übrigens die wichtigsten Infos zu Do's und Dont's im Influencer-Marketing.


Autor:

Annette Mattgey, Redakteurin
Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Das Schwesterblatt LEAD digital begleitet sie seit 2011 treu online und versucht, dafür ordentlich Buzz bei Facebook und Twitter zu machen. Ausflüge zu W&V sind durchaus willkommen, insbesondere wenn es um Kampagnen und Karriere-Themen geht.



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