Produktfälschungen :
Birkenstock zeigt Amazon die rote Karte

Produktfälschungen bei Amazon sind ein Dorn im Auge der Markenhersteller. Nun hat Birkenstock die Reißleine gezogen und kündigt die Zusammenarbeit.

Text: Anja Janotta

Keine Birkies mehr für Amazon.
Keine Birkies mehr für Amazon.

Keine Zusammenarbeit mehr: Der Schuhhersteller Birkenstock beendet alle geschäftliche Zusammenarbeit mit Amazon zum 1. Januar. Ab diesem Zeitpunkt werde Amazon nicht mehr beliefert, so Birkenstock - mit dem gesamten Sortiment.

Zur Begründung nennt das Familienunternehmen, "dass es auf dem von Amazon betriebenen Marketplace zu einer Reihe von Rechtsverstößen kam, die der Plattformbetreiber nicht aus eigenem Antrieb verhindert hat." Man habe mehrfach beanstandet, dass dort wiederholt minderwertige Produktfälschungen angeboten würden.

Es gehöre zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit, dass Amazon alles in seiner Macht Stehende täte, um diesen und gleichartige Verstöße aus eigenem Antrieb zu verhindern. Birkenstock moniert, es sei bis dato keine verbindliche Erklärung seitens des Onlinehändlers erfolgt, "dass keine Nachahmungen von Birkenstock-Produkten mehr auf dem Marktplatz" angezeigt würden. Birkenstock erwäge auch rechtliche Schritte, schreibt die "Bild". Amazon reagierte gegenüber der "Bild" mit der Feststellung, dass man konkrete Erklärungen zu Kundenbeziehungen ablehne, betonte aber, man toleriere Produktfälschung grundsätzlich nicht.

Der Stopp betrifft nur die Zusammenarbeit in ganz Europa. In den USA hatte Birkenstock schon Anfang des Jahres die Reißleine gezogen und dort Amazon nicht mehr beliefert. Andere Online-Shops sind von der Maßnahme nicht betroffen.


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Eines davon dreht sich um ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.