Talkwalker-Statistik ein Jahr nach der US-Wahl :
Die Bilanz von Twitter-Präsident Trump

Vor einem Jahr haben die Amerikaner entschieden: Donald Trump soll ihr neuer Präsident heißen. Seither lief er vor allem auf Twitter zur Höchstform auf.

Text: Susanne Herrmann

Donald Trump äußert sich gern unmittelbar via Twitter.
Donald Trump äußert sich gern unmittelbar via Twitter.

Die offizielle Amtseinführung war am 20. Januar 2017 - gewählter Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist Donald Trump aber schon seit genau einem Jahr: Die Wahl am 8. November 2016 entschied der republikanische Kandidat für sich. Und ist seither unglaublich aktiv auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. (Damit gehört er zu den Personen, denen die jetzt in Kraft getretene Erweiterung auf 280 Zeichen sehr gelegen kommen dürfte: Viele seiner Botschaften verteilte der Präsident aufgrund der bisherigen 140-Zeichen-Begrenzung auf mehrere Tweets.)

@realDonaldTrump ist seit 2009 bei Twitter, hat seitdem 36300 Botschaften verbreitet und mittlerweile 42,2 Millionen Follower (vor einem Jahr: 15 Mio.) - er selbst folgt nur 45 Twitterern, darunter seinem Stab, seiner Familie, seinen Firmen und dem einen oder anderen Mitarbeiter seines Lieblingssenders Fox. Den größten Zuwachs an Followern gab es rund um die Amtseinführung (+1,5 Mio.).

Vor allem zur Amtseinführung im Januar sammelte Präsident Trump viele neue Abonnenten.

Vor allem zur Amtseinführung im Januar sammelte Präsident Trump viele neue Abonnenten.

Der größte und beste Twitterer aller Zeiten ist der Fans der Superlative damit übrigens bei Weitem nicht: Sein Vorgänger Barack Obama hat 96,7 Millionen Follower (Platz drei) - Spitzenreiter sind die Popmusiker Katy Perry (106 Mio.) und Justin Bieber (103 Mio.). Trump ist nicht einmal unter den Top Ten (Platz 10: Cristiano Ronaldo/63,3 Mio.) - sondern muss sich mit Platz 21 begnügen. Bitter: Sogar der erklärte Feind CNN (Platz 16) hat gut 10 Millionen mehr Follower als der Präsident.

12 Monate Donald Trump als Twitter-Präsi

Die Social-Media-Monitoring-Plattform Talkwalker hat die vergangenen 12 Monate des umtriebigen Twitter-Präsidenten ausgewertet. In diesem Zeitraum brachte es Donald Trump auf 2215 Tweets. Geantwortet hat er lediglich 40-mal. Nur 282 Tweets waren ihm einen Retweet wert.

Auf Twitter ein Morgenmensch: Am meisten twittert Trump zwischen 6 und 9 Uhr.

Auf Twitter ein Morgenmensch: Am meisten twittert Trump zwischen 6 und 9 Uhr.

Im Durchschnitt setzte Trump an jedem der vergangenen 365 Tage als gewählter Präsident 6,95 Botschaften auf Twitter ab (inklusive Retweets und Antworten). Entgegen aller hämischen Kommentare, er würde mehr twittern als arbeiten: Seine Twitter-Aktivität sank damit im Vergleich zur Zeit vor der Wahl um 40 Prozent - er ist also nur noch gut halb so aktiv wie vorher, wo er gut 11 Tweets am Tag absetzte.

Trump provozierte mit seinen Kurzmitteilungen enorm viele Reaktionen: Das Engagement liegt bei 220,5 Millionen Reaktionen, Antworten, Likes und Retweets - das ist eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr. Am intensivsten setzte sich die Twitter-Gemeinde mit dem Thema Migrations-Erlass auseinander.

Mit diesen Trump-Themen setzten sich die Twitterer an intensivsten auseinander.

Mit diesen Trump-Themen setzten sich die Twitterer an intensivsten auseinander.

Talkwalker hat auch die Stimmungen rund um alle Erwähnungen Trumps in Blogs, Newsseiten, Foren, Social Web ausgewertet. Den Höchststand der negativen Stimmung wurde am 30. Oktober erreicht: direkt nach der Anklage von Trumps Wahlkampfberater Paul Manaford.

Worum geht's in Trumps Tweets?

Donald Trump schreit gern auf Twitter. Das belegt seine Zeichensetzung: 61 Prozent der Tweets enden Talkwalker zufolge mit einem Ausrufezeichen (von der Großschreibung ganz zu schweigen).

Am häufigsten nennt er dabei den Begriff "Country", gefolgt von "Election" (Wahl) und "#MAGA" ("Make America Great Again").

"Sad" und "unfair" doch seltener, als man denkt: Das twittert Trump.

"Sad" und "unfair" doch seltener, als man denkt: Das twittert Trump.

Mit am meisten Spaß hatten wir mit einer Neuschöpfung: Im Mai sorgte Donald Trump mit dem Vertipper Covfefe für Heiterkeit.

Die von Trump am meisten erwähnte Person in den Tweets in sein Amtsvorgänger Barack Obama (54-mal), außerdem seine Kontrahentin Hillary Clinton (53-mal). Und der geschasste Ermittler James Comey (26-mal).

Trumps meist beachteter Tweet (mit dem höchsten Engagement) war der vom 2. Juli mit dem bearbeiteten Video, in dem Donald Trump einen Mann verprügelt, dessen Kopf durch das CNN-Logo ersetzt worden war. 370.000 Retweets und 600.000 Twitter-Likes gab es dafür. In der Woche dieses Tweets erzeugte Trump mit all seinen Nachrichten insgesamt 8,4 Mio Engagement (Likes, Retweets, Antworten): erfolgreichste Twitter-Woche für den Präsidenten in diesem Jahr.

Zu den kuriosen Vorfällen rund um @realDonaldTrump gehört die zeitweise Löschung des Twitter-Kontos: Vor einigen Tagen legte ein scheidender Twitter-Mitarbeiter Trumps Account lahm; nach elf Minuten wurde er wieder freigeschaltet.

Die Top-Ten-Tweets von @realDonaldTrump:

Top-Ten-Trump-Tweets (1)
Top-Ten-Trump-Tweets (2)

Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.


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