Sheryl Sandberg in Davos: :
Facebook plant Digital-Förderprogramm für Europa

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos will Sheryl Sandberg kleine Firmen und die Politik umgarnen. Mit einem europaweiten Schulungsprogramm.

Text: Verena Gründel

Sheryl Sandberg von Facebook kommt dieses Jahr mit einer Ankündigung zum Weltwirtschaftsforum in Davos.
Sheryl Sandberg von Facebook kommt dieses Jahr mit einer Ankündigung zum Weltwirtschaftsforum in Davos.

Facebook will die digitalen Kompetenzen europäischer Unternehmen und Mitarbeiter fördern. Mit diesem Plan kommt die COO des Konzerns, Sheryl Sandberg, diese Woche zum Weltwirtschaftsforum nach Davos. Insgesamt will das Netzwerk bis 2020 eine Million Menschen und Unternehmen aus der EU weiterbilden. 

Zum Beispiel soll es Trainings für 300.000 Personen in Deutschland, Frankreich, Polen, Italien, Spanien und Großbritannien geben. 350.000 Unternehmen sollen darin geschult werden, sich digital auszurichten – selbstverständlich auch mithilfe von Facebook.

Robotik, Programmierung und Design Thinking

Parallel dazu will der Konzern weitere Community Hubs nach dem Vorbild des digitalen Lernzentrums in Berlin eröffnen. 2017 hat er dort 1.800 Menschen unterrichtet. Auf dem Lehrplan standen etwa Robotik, Programmierung für Kinder und Flüchtlinge, Digitalinhalte für Lehrer oder Design Thinking. 

Die Ankündigung kommt wenige Tage nach der Nachricht zum Umbau des Facebook-Newsfeeds zulasten von Marken und Medien. Das trifft viele Unternehmen, weil es sie einen Teil ihrer Reichweite kosten wird. Durch die Verknappung dürfte die Nachfrage nach gesponserten Posts wachsen und damit die Preise steigen. Doch gerade kleine Firmen können nur wenig Budget locker machen, um sich die verloren gegangenen Views und Klicks zurückzukaufen. 

Versöhnung mit den Unternehmen

In Deutschland sind 1,2 Millionen Unternehmen auf Facebook aktiv. Jedes zweite sagt laut einer aktuellen, von Facebook in Auftrag gegebenen Studie von Morning Consult, dass sie ihre Umsätze mithilfe der Plattform gesteigert hätten. Ein Drittel gibt an, dass es ihr Geschäft mithilfe von Facebook aufgebaut hat. 

Diese Unternehmen will Sandberg mit dem Schulugsprogramm möglicherweise versöhnlich stimmen. Sie positioniert das Unternehmen sympathisch, nahbar und macht es gleichzeitig noch unverzichtbarer für Unternehmen, Menschen und nicht zuletzt die Politik. Die hat an vielen Stellen versäumt, ihre Bürger in Sachen Digitalisierung zu schulen. Am Ende sollen also alle profitieren, besonders Facebook selbst. 

Mehr zum Förderprogramm, den Auswirkungen des Newsfeed-Umbaus für die Medien- und Werbebranche sowie ein exklusives Interview mit Facebook Europa-Chef Martin Ott lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 4/2017 der W&V


Autor:

Verena Gründel

ist seit April 2017 für das Marketingressort der W&V tätig. Davor schrieb sie für iBusiness über Digitalthemen. Nach Feierabend kocht und textet sie für ihren Foodblog – und gleicht das viele Essen mit ebenso viel Sport aus. Wenn sie länger frei hat, reist sie am liebsten mit dem Auto durch Lateinamerika, von Mexiko bis an die Südspitze Argentiniens.