App-Markt :
Im Schnitt 80 Apps per Smartphone

Der Datenanalysespezialist App Annie zieht eine Jahresbilanz zum App-Markt. Es boomt! Allein die Nutzungsdauer ist weltweit um 30 Prozent gestiegen.

Text: Rolf Schröter

App-Nutzung weltweit
App-Nutzung weltweit

Seit 2015 ist die Anzahl der App-Downloads weltweit um 60 Prozent gewachsen. Die Verbraucherausgaben haben sich mehr als verdoppelt, und die Nutzungsdauer der Anwendungen ist um 30 Prozent gestiegen.

Konkret heißt das: Mittlerweile verbringt jeder Nutzer durchschnittlich etwa 43 Tage pro Jahr in Apps. Die Anzahl der auf Google Play und im iOS App Store verfügbaren Apps ist auf über sechs Millionen angewachsen.

Diese Zahlen stammen von App Annie, einem Datenanalyse-Unternehmen, das 94 der Top-100-Publisher weltweit nutzen.

Fast 40 Apps monatlich

In den meisten der von App Annie analysierten Märkte hat der durchschnittliche Smartphone-Nutzer mehr als 80 Apps auf seinem Smartphone und verwendet 40 davon jeden Monat. Allerdings gibt es hier interessante Abweichungen unter den ausgewählten Ländern:

Die Nutzer in China und Japan haben im Durchschnitt mehr als 100 Apps auf ihren Smartphones und rufen etwa 40 davon auf, während die Nutzer in Indien im Durchschnitt knapp 80 Apps haben und mehr als 40 davon aufrufen. Diese Muster können beim Planen regionaler Markteintrittsstrategien helfen.

Auf Platz eins der Top-Apps in Deutschland (sowohl auf iOS als auch Google Play) liegt die Datingplattform Tinder, gefolgt von Lovoo. Netflix liegt auf Platz drei. Eine verlegerische App kommt erst auf dem sechsten Platz, hinter Spotify und Babbel, nämlich Bild.

China ist der größte App-Markt der Welt

In fast jeder Hinsicht überragt der chinesische App-Markt alle anderen Länder. Im vierten Quartal 2017 verbrachten chinesische App-Nutzer deutlich über 200 Milliarden Stunden in Apps (iOS, Google Play und Drittanbieter-Stores für Android zusammen). Platz zwei belegte mit großem Abstand Indien, wo die Nutzer im selben Zeitraum knapp 50 Milliarden Stunden in Apps verbrachten. Außerdem stammt einer von vier US-Dollars, die über App Stores, In-App-Anzeigen und M-Commerce generiert werden, aus dem chinesischen Markt.

Die Mehrheit der meistgenutzten Apps in China wird von chinesischen Unternehmen veröffentlicht. Einige dieser Publisher stoßen gerade in den globalen Markt vor. Beispielsweise expandieren im Moment die extrem erfolgreichen Fahrradverleih-Apps Mobike und Ofo weltweit.