Influencer erhalten weltweit immer weniger Likes.

Influencer erhalten weltweit immer weniger Likes.

Microinfluencer sind noch am erfolgreichsten

Am besten schneiden noch so genannte Microinfluencer ab - das sind Accounts mit 1000 bis 5000 Followern: In der ersten Hälfte diesen Jahres verzeichneten sie im Durchschnitt Interaktionsraten von immer noch 8,8 Prozent.

Ein Grund könnte sein, dass diese eine engere Bindung zu ihren Followern aufbauen und speziellere Interessen ansprechen. Vielleicht geben sie sich aber auch einfach etwas mehr Mühe mit ihren Posts, um weiter zu wachsen. Mehr Follower bringen zwar absolut gesehen mehr Herzen, die Interaktionsrate jedoch wird kleiner. Denn nach dem Überschreiten der 10.000-Follower-Grenze ändert sich in Bezug auf das Engagement nicht mehr viel: Bis in den Millionenbereich bewegt sich die Rate um die 3,5 Prozent.

Food wird immer unbeliebter

Thematisch sind es immer noch Reiseinfluencer, deren Beiträge bei ihren Followern am beliebtesten sind. Im Durchschnitt "liken" immer noch 4,5 Prozent der Follower die exotischen Bilder. Im letzten Jahr jedoch erreichten Traveler noch fast doppelt so hohe Interaktionsraten von durchschnittlich 8 Prozent. Die größten Verlierer sind mit 3,2 Prozent Foodposts, die im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr als die Hälfte ihrer Likes verloren haben.

Deutschland über dem weltweiten Durchschnitt

Während der globale Trend fast schon linear rückläufig ist, zeigten sich deutsche User schon immer etwas launischer. Sowohl bei gesponserten als auch nicht-gesponserten Posts wurden im dritten Quartal 2016 Spitzen-Interaktionsraten von 8,9 bis 10 Prozent erreicht. Nur um im nächsten Quartal schon auf unter fünf Prozent zu fallen. Derzeit befinden sich die Interaktionsraten in Deutschland auf einem Tiefpunkt von ungefähr 3,6 Prozent - immerhin deutlich über dem derzeitigen weltweiten Durchschnitt.

Auch deutsche Influencer erhalten weniger Likes.

Auch deutsche Influencer erhalten weniger Likes.

Verschwinden die Likes bald sogar ganz?

Die aktuellen Studienzahlen scheinen auf eine Sättigung der Branche hinzudeuten. Vor diesem Hintergrund ist es für Werbungtreibende wichtiger denn je, ihre Partner sorgfältig auszuwählen und in der Zusammenarbeit mit Influencern auf qualitativen statt quantitativen Reach zu setzen. Erst kürzlich äußerte Instagram-Chef Adam Mosseri den Gedanken, Likes gar nicht mehr öffentlich anzeigen zu lassen, um der Plattform den Wettbewerbscharakter zu nehmen. Nur die Verfasser der jeweiligen Beiträge sehen dann noch die genaue Anzahl der Likes. Diese könnten - oder müssten - Influencer dann aber wahrscheinlich per Screenshot an ihre Markenpartner schicken.

Wenn Sie ausführlichere Informationen zum Thema Influencer Marketing suchen, werden Sie in unserem Dossier "Dos und Dont's im Influencer Marketing" fündig.


Autor:

Marina Rößer © privat
Marina Rößer

ist als Redakteurin im Agenturressort der W&V tätig. Die Diplom-Politologin hat viele Jahre in einem Start-Up gearbeitet und ist daher besonders fasziniert von innovativen Digitalthemen und kreativen Marketingstrategien. Ihre eigene kreative Seite lebt sie beim Kochen und Fotografieren aus und bringt sich zudem Designthemen bei.