"Wenn ich ein Bild mag, poste ich es einfach", sagt sie. In ihrer Generation käme das gut an. Sie würden einfach das sein wollen, was sie wirklich sind und sich keine Fake-Identitäten aufbauen, sagt sie. "Wir versuchen, echte Menschen zu zeigen, die als echte Menschen coole Dinge tun und kreieren keine Persona, die man selbst gar nicht ist." Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Jazzy Anne.

Auch Matt Klein, Kulturstratege bei der Unternehmensberatung Sparks & Honey, bemerkt einen Kulturwechsel auf Instagram. "Wir haben diese Fotos alle konsumiert und geteilt. Und wir wissen, welcher Stress und welche Anstrengung dafür notwendig sind. Wir durchschauen das. Kultur ist ein Pendel - und das Pendel schwingt. Das heißt nicht, dass jetzt keiner mehr perfekte Photos postet. Aber die Energie fließt in andere Dinge", sagt er.

Authentizität hilft gegen Follower-Verlust

Um authentischer zu wirken, greifen die Influencer zu unterschiedlichen Maßnahmen. So posten immer mehr Beauty-Influencer beispielsweise leere Verpackungen von Produkten oder schreiben längere Artikel darüber, um zu signalisieren, dass sie nicht nur gegen Entgelt dafür werben, sondern sie auch tatsächlich benutzen. Andere sprechen offen über Burnout, geistige Gesundheit und den Stress, den man hat, wenn man Perfektion aufrecht erhalten will. Und wieder andere kommunizieren die Umsätze, die sie mit ihrer Arbeit verdienen.

Wie notwendig ein Umdenken in Instagram-Kreisen ist, zeigen aktuelle Zahlen. Auf der Influencer-Management-Plattform Fohr verlieren derzeit 60 Prozent aller Influencer mit mehr als 100.000 Followern jeden Monat mehr Fans. Das perfekte Mädchen in perfektem Outfit vor perfektem Hintergrund - es interessiert die Massen einfach nicht mehr.

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W&V Redaktion
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