Tools4Ads :
Intelliad-Gründer baut jetzt Werbetools für Amazon-Marketing

Nach einem Jahr in Afrika und in den Anden automatisiert Wolfhart Fröhlich jetzt das immer noch hemdsärmelige Amazon-Marketing.

Text: Leif Pellikan

Wolfhart Fröhlich leistet erneut Pionierarbeit in Sachen Werbung
Wolfhart Fröhlich leistet erneut Pionierarbeit in Sachen Werbung

Mit Tools4Ads will Wolfhart Fröhlich jetzt die Werbung auf Amazon aus den Kinderschuhen holen. Sein Startup liefert Tools, mit denen die Display-Anzeigen und die Werbung in der Suche automatisiert werden können, wie der aktuelle Kontakter berichtet.

Das klingt auf den ersten Blick nach keiner großen News. Aber als Werbeplattform hinkt Amazon deutlich hinter anderen Kanälen hinterher: "Das Procedere gleicht überwiegend dem, was wir vor zehn Jahren auf Google und in der Display-Werbung gemacht haben", sagt Fröhlich. Das gilt beispielsweise für Schnittstellen, die einen automatisierten Zugang ermöglichen.

Für Deutschland seien erst kürzlich Werbe-Schnittstellen freigegeben worden. Aber selbst diese lassen noch viele Wünsche für den unbestritten wichtigen Kommunikationskanal übrig. Selbst Google gesteht das in Präsentationen ein. Demnach sei in 44 bis 55 Prozent der Fälle Amazon der Startpunkt von Kaufprozessen. "Ein klarer Indikator, dass Amazon das neue Google für die Produktsuche ist", sagt Fröhlich. Nur auf der Plattform basiert Suchmaschinenmarketing und -optimierung sowie die Displaywerbung weitgehend noch auf Excel-Listen und Bauchgefühl. "Wir bieten das Tool, mit dem Agenturen und Werbungtreibende einen Vorsprung vor der Konkurrenz auf der E-Commerce-Plattform bekommen", verspricht der Gründer. 

Googles Werbegeschäft entwickelt, dann Intelliad gegründet und die Welt bereist

Fröhlich kennt diese Probleme bestens. Als Adtech-Unternehmer hatte er zunächst den Google-Konkurrenten Miva mitaufgebaut (dort entstand das Modell der Werbelinks), später den Tracking-Dienstleisters Intelliad mitgegründet. 2015, die Deutsche Post hatte mittlerweile Intelliad gekauft, ging er ein Jahr lang auf Weltreise (Mit dem eigenen Land Rover Defender fuhr er jeweils ein halbes Jahr durch Afrikas Nationalparks und durch Südamerika).

Seit Mitte 2016 brütete Fröhlich gemeinsam mit Fredrik Mikulla, einem Mitgründer von Booming (heute Blackwood Seven) und dem Adtech-Spezialisten Evgeny Syrtsov über neuen Ideen. Dazu gehört auch ein Tool für den Shopping-Feed von Google sowie ein Profiling-Werkzeug für Webseiten.

Der Fokus liegt derzeit aber auf Amazon und Werkzeugen, die in erster Linie Agenturen Hilfe anbieten. Die Lösungen erlauben es, Inhalte auf Amazon zu stellen, Texte zu optimieren und vor allem an Amazon zu senden – etwas, wofür derzeit zumeist Excel-Listen genutzt werden. Daneben lassen sich Werbekampagne verwalten und analysieren, Produktdarstellungen und Reviews beobachten und alles hinsichtlich der Suchrankings analysiert. So lässt sich auch die Konkurrenz beobachten.

Kurz, Tools 4 Ads liefert Daten, die Amazon standardmäßig nicht anbietet. Ein vergleichbares Tool liefert Tools 4 Ads für Googles Shoppingbereich, der ebenfalls eigenen Mechaniken folgt. Mit dem SEO-Spezialisten Ad Agents gibt es für die neuen Systeme auch schon einen Kunden.


Autor:

Leif Pellikan
Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach.