Damit werden sie für Unternehmen und Marketer spannend. Früh dabei zu sein, kann sich lohnen, denn wer seine Marke jetzt auf den Sprachassistenten etabliert, ist dort weitgehend allein. Die meisten Marken, Medien und Händler sind noch nicht so weit. Ein neuer Kanal wie die Sprachassistenz bietet die Möglichkeit, noch einmal bei null anzufangen. Auf den Geräten kann man die Marke von Beginn an neu aufbauen. So hat man die Chance, bei einer neuen Zielgruppe zur Lovebrand zu werden.

Der Konsument will keine Bevormundung

Doch Vorsicht. Der Mensch hat immer weniger Lust auf die Bevormundung durch Marketing und Werbung. Diese Gefahr besteht besonders bei Sprachsteuerung. Denn die digitalen Assistenten können rein praktisch keine große Auswahl an Suchergebnissen präsentieren. Sondern eines, oder maximal zwei. Dabei hat sich der Kunde an eine große Auswahl beim Einkaufen gewöhnt. Gerade das Internet hat ihm noch mehr ungeahnte Shoppingmöglichkeiten eröffnet.

Auch alle anderen Medien haben inzwischen mit Werbeverdrossenheit zu kämpfen. Der Nutzer akzeptiert lästige Banner, Audiowerbung, TV-Spots oder Unterbrecherwerbung immer seltener. So kann es auch dem Vioce Marketing gehen, wenn die Werbungtreibenden nicht aufpassen. Voraussetzung ist also, dass sie Marketing in Sprachassistenten nachhaltig einsetzen und die Nutzung transparent kommunizieren. Damit die Sprachwerbung nicht schon scheitert, bevor sie überhaupt richtig abhebt. 

Verena Gründel W&V

Ein Kommentar von W&V-Redakteurin Verena Gründel.

Übrigens: Gerade eben hinterfragt eine Studie von Ipsos in Kooperation mit der beruflichen Medienschule in Hamburg Sprachassistenten – und attestiert ungenutztes Potenzial aufgrund von Sicherheitsbedenken. Fast jedem Deutschen (92 Prozent) sind demnach Alexa oder Siri ein Begriff, 18 Prozent verwenden sie bereits, 21 Prozent sind an einer Nutzung interessiert. Der Analyse zufolge ist allerdings jeder zweite Befragte (53 Prozent) an einer Verwendung nicht interessiert. Vier von zehn, denen Sprachassistenten ein Begriff sind, denken dabei in erster Linie an ein Gerät zur Unterhaltung, jeder vierte (26 Prozent) verbindet damit eine Erleichterung im Haushalt. Doch zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) fürchten Datenmissbrauch.

Mehr über künstliche Intelligenz und Sprachsteuerung lesen Sie in der Ausgabe 20/2018 der W&V. Zur Bestellung geht es hier.


Autor:

Verena Gründel

ist seit 2017 bei W&V, zuerst als Redakteurin im Marketingressort, jetzt als Mitglied der Chefredaktion. Sie schreibt am liebsten über Food-, Fitness-, Kosmetik- und Digitalthemen - und über spannende Marken- und Transformationsgeschichten. Wenn daneben noch Zeit bleibt, kocht und textet sie für ihren Foodblog und treibt viel Sport. Wenn sie länger frei hat, reist sie mit dem Auto durch die Welt, am liebsten durch Lateinamerika.


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