#LikeABadMovie :
Medien warnen per Spot: Die ePrivacy-Richtlinie ist wie ein schlechter Film

In letzter Minute versucht die gesamte europäische Medien- und Werbeindustrie eine Änderung der ePrivacy-Verordnung zu erreichen. 

Text: Leif Pellikan

Videoclips zeigen die drastischen Folgen der künftigen ePrivacy-Verordnung
Videoclips zeigen die drastischen Folgen der künftigen ePrivacy-Verordnung

Wenn die gesamte europäische Medien- und Werbeindustrie eine Kampagne gegen ein die ePrivacy-Verordnung startet, ist Feuer auf dem Dach. Es sei schlicht ein schlechter Film, #LikeABadMovie, so heißt auch der Titel der dazugehörigen Website des Vermarkter-Dachverbandes IAB. In Summe wollen zehn Dachverbände aus der Medien- und Werbeindustrie die EU dazu bewegen, die Vorlage der ePrivacy-Verordnung noch auf den letzten Metern abzuändern. Am 11.Oktober soll der federführende Parlamentsausschuss die Abstimmung zum Entwurfstext stattfinden, der dann dem EU-Parlament vorgelegt werden soll. Offen ist noch, inwieweit der EU-Rat Änderungen einbringt.

Sollte es zum Worst-Case-Szenario kommen - und darauf läuft die letzte Entwurfsversion hinaus - wäre das Sammeln von Daten über Cookies kaum mehr möglich. Jeder Nutzer soll demnach jedem Daten-Cookie nachweisbar zustimmen. Das könnten allenfalls Unternehmen leisten, die über harte Log-in-Mechaniken verfügen, wie etwa Google und Facebook. Die Folgen wären für alle, die von Werbeeinnahmen leben, drastisch. Aktuell beziehen bei einem Seitenaufruf zwischen zehn und 70 Partner Daten aus unterschiedlichen Gründen. Das können Werbedienstleister sein, aber auch Seiteneinstellungen, Analysetools und die Urheber-Abrechnungen durch die VG-Wort werden über Cookies gesteuert.

Die Kampagne

Dies thematisieren vier kurz Videos auf die Website likeabadmovie.eu. Eines zeigt, wie Nutzer verzweifeln würden, wenn sie tatsächlich jedem Cookie zustimmen müssten. Auch das Angebot an Apps wäre drastisch eingeschränkt, wie an anderer Clip demonstriert. Alternativ müssten Bezahlschranken herhalten, denn werbefinanzierte Angebote wären kaum mehr wirtschaftlich zu stemmen. Und nicht zuletzt, wie im vierten Video dargestellt, wäre der freie Qualitätsjournalismus gefährdet.

Die Lösung

Eine Lösung bieten die Macher jedoch auch. Das Alternative Ende würde seitens Brüssel und der EU-Mitgliedsregierungen nur einige kleine Änderungen erfordern, die auch nicht das Ziel eines besseren Datenschutzes verfehlt würde. Dazu gehört unter anderem der Satz, der das Sammeln von Daten aus wichtigem Grund erlaubt. 

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Konkret getragen wir die Aktion #LikeABadMovie von der European Interactive Digital Advertising Alliance. Dazu gehören: 

  • Association of Commercial Television in Europe (ACT)
  • Association of European Radios (AER)
  • European Publishers Association (EPC)
  • European Association of Communications Agencies (EACA)
  • Association of Television and Radio Sales Houses (EGTA)
  • European Magazine Media Association (EMMA)
  • European Newspaper Publishers Association (ENPA)
  • Federation of European Direct and Interactive Marketing (FEDMA)
  • Interactive Advertising Bureau Europe (IAB Europe)
  • World Federation of Advertisers (WFA)

Autor:

Leif Pellikan
Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach.