Digitalmesse :
Muche und Schneider siegen im Dmexco-Streit

Die ehemaligen Dmexco-Manager Christian Muche und Frank Schneider haben ihren ersten Prozess gegen die Koelnmesse gewonnen.

Text: W&V Redaktion

Christian Muche und Frank Schneider siegen vor Gericht.
Christian Muche und Frank Schneider siegen vor Gericht.

Die ehemaligen Dmexco-Chefs Christian Muche und Frank Schneider haben ihren ersten Rechtsstreit gegen die Koelnmesse gewonnen. Das Oberlandesgericht Köln sieht die Berufungsklage des Messe-Veranstalters gegen ihre ehemaligen Partner als „offensichtlich unbegründet“ an. Das Urteil kann nicht mehr angefochten werden. Dies bestätigt ein Gerichtssprecher gegenüber W&V.

Die Koelnmesse hatte den langjährigen Chefs von Europas größter Digitalmesse im November 2017 überraschend fristlos gekündigt. Der Vorwurf: Muche und Schneider sollen gegen ein Konkurrenzverbot in ihrem Vertrag verstoßen haben, weil sie sich mit ihrer Firma KDME an der Schweizer Digitalkonferenz D-Puls beteiligt hatten. Die Koelnmesse wollte den beiden Messe-Machern darauf mit einer Einstweiligen Verfügung untersagen, sich bis Ende September 2018 bei anderen Messen und Veranstaltungen im Bereich Digitalmarketing zu engagieren.

Richter bestätigen Urteil vom Landgericht

Bereits in der ersten Prozessrunde hob das Landgericht Köln diese Verfügung wieder auf. Das Wettbewerbsverbot von Muche und Schneider beschränke sich nur auf weitere Länder der Europäischen Union, argumentierten damals die Richter. Die Schweiz falle nicht darunter. Die Messe hatte daraufhin das Urteil vor dem Oberlandesgericht angefochten. Das aber hat den Richterspruch aus der ersten Instanz nun voll bestätigt.

Das Urteil pro Muche und Schneider ist keine Überraschung. Das OLG hatte bereits im Mai mit einem so genannten Hinweisbeschluss klar gemacht, dass die Siegchancen für die Kölnmesse nur sehr gering seien.

In einem anderen Handlungsstrang des gerichtlichen Nachspiels steht ein Urteil indes noch aus. Schneider und Muche haben die Messe ihrerseits auf Schadensersatz und die Auszahlung von Honoraren in Millionenhöhe verklagt. Gewinnt das KDME-Duo auch diesen Rechtsstreit, würde es für die Koelnmesse wohl teuer.


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