"Wall Street Journal" :
Plant Google einen Adblocker für den Browser Chrome?

Bietet Google den Chrome-Nutzern bald die Möglichkeit an, nervige Werbung abzublocken? Laut einem Medienbericht ist die Entscheidung darüber noch nicht gefallen.

Text: W&V Redaktion

20. Apr. 2017

Google denkt angeblich über eine Adblocker-Funktion nach.
Google denkt angeblich über eine Adblocker-Funktion nach.

Google will in seinen Browser Chrome laut einem Medienbericht eine Funktion zum Blockieren von unerwünschten Anzeigen integrieren. Damit könnten dann innerhalb des Browsers automatisch bestimmte Anzeigen-Typen herausgefiltert werden, die die Nutzer besonders stören, schreibt das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen. Eine Bestätigung der Pläne von Seiten Googles gibt es nicht. Es dürfte zumindest eine Gratwanderung für das Unternehmen bedeuten, das auf Online-Werbung als Haupteinnahmequelle setzt.

Unklar ist laut "Wall Street Journal" noch, ob Google das Feature innerhalb der nächsten Wochen veröffentlichen wird oder seine Pläne doch noch zurückzieht. Nicht akzeptable Werbeanzeigen im Netz hatte in den USA zuletzt eine "Koalition für bessere Werbung" ("Coalition for better ads") definiert, zu der neben Google auch Unternehmen wie Unilever oder Procter & Gamble gehören.

Zu den negativ bewerteten Werbemitteln gehören etwa Pop-up-Fenster, die die Webseite verdecken, automatisch startende Videos oder Anzeigen, die den angesteuerten Seiten vorgeschaltet sind und erst verschwinden, wenn eine festgelegte Zeit in einem Countdown-Timer verstrichen ist. Sie alle würden die Schwelle der Akzeptanz bei den Nutzern deutlich überschreiten.

Verschiedenen Schätzungen zufolge benutzt jeder vierte Internet-Anwender einen Adblocker. Der BVDW verkündete im Marz 2017: Die Adblocker-Rate gehe kontinuierlich zurück und spricht im vierten Quartal 2016 von 17 Prozent. Medien und Online-Werber werfen Firmen wie der deutschen Eyeo GmbH ("Adblock Plus") vor, sich mit Gebühren für die Aufnahme in eine Liste akzeptabler Werbeformen sich widerrechtlich in die Wertschöpfungskette der Medien zu drängen. Medienhäuser müssten sich "freikaufen".

Laut "Wall Street Journal" zahlt Google derzeit dafür, um auf der Liste für akzeptable Werbung von Eyeo zu stehen. Im Gegenzug würden Anzeigen in der Google-Suchmaschine und andere von Google gesteuerte Werbemittel von der Software nicht blockiert. (mit dpa)


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W&V Redaktion
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