Facebook Messenger :
Praxis: So geht E-Commerce-Marketing mit dem Messenger

Mit Marketing im Facebook Messenger erreicht der Onlinehändler Your Superfoods drei Ziele: mehr Onlineverkäufe, weniger Warenkorbabbrüche und stärkere Kundenbindung.

Text: Verena Gründel

Your Superfoods nutzt den Chat im Facebook Messenger als Marketing- und Leadgenerierungskanal.
Your Superfoods nutzt den Chat im Facebook Messenger als Marketing- und Leadgenerierungskanal.

77 Prozent der Deutschen nutzen mobile Messenger. Deshalb werden sie zum immer wichtigeren Werbekanal. Wie erfolgreich Whatsapp in der Kommunikation eingesetzt werden kann, zeigen die Beispiele von Urlaubsguru und Eurosport. Das Food-Start-up Your Superfoods dagegen setzte in Kooperation mit dem Messenger-Marketing-Anbieter Chatchamp eine erfolgreiche Kampagne im Facebook Messenger um: 

Ziel des Onlinehändlers für Nahrungsergänzungsmittel war es, die Onlineverkäufe in Deutschland und den USA zu steigern, Warenkorbabbrüche zu reduzieren und Kundenbindung zu stärken. Dafür teilte es die Kampagne in drei Schritte ein: Im ersten Schritt lockte Your Superfoods Bestands- und potenzielle Neukunden mit einer bezahlten Anzeige auf Facebook in den Messenger. 

Segmentierung: Auf das Quiz folgen Produktvorschläge

Di Anzeige bewarb ein Quiz, in dem die User herausfinden konnten, welche Vitamine und Nährstoffe am wichtigsten für sie sind. Durch das Quiz konnte das Start-up die Kunden automatisch segmentieren und ihnen passende Produkte vorgeschlagen. Allein in der ersten Woche brachte die Messenger-Kampagne sehr gute Zahlen hervor:

Der Return on Ad-Spent (ROAS) lag bei 180 Prozent; der Cost-per-Chat-Lead bei unter einem Dollar. Mehr als 270 Personen haben nach dem Quiz auf die Produktseite geklickt, was einer CTR von 35,2 Prozent entspricht. 20 von ihnen kauften. 

Außerdem haben sich durch die Kampagne innerhalb einer Woche 700 Fans für den Messenger-Kanal angemeldet. Diese Abonnenten sind für die zukünftige Kommunikation besonders wertvoll, weil die Öffnungs- und CT-Raten im Messenger deutlich höher sind als zum Beispiel bei E-Mail-Newslettern. 

Die Abbruchrate sank um fünf Prozent

Im zweiten Schritt war es das Ziel, die Abbruchrate im Warenkorb zu senken. Your Superfoods konnte die Warenkorbabbrecher, die sich ebenfalls für den Messenger-Abo angemeldet hatten, identifizieren und über den Messenger kontaktieren. In den USA wurden so in den ersten drei Wochen zusätzliche Verkäufe im Wert von knapp 1000 Dollar generiert. Die Abbruchrate sank um gut fünf Prozent. 

Im dritten Schritt wollte Your Superfoods die Kundenbindung mit automatischen Bestellbestätigungen und Paketverfolgung stärken. Die Software von Chatchamp stellt für die automatischen Benachrichtigungen im Messenger eine Schnittstelle zum jeweiligen Shopsystem her. Die Updates, wo sich sein Paket befindet, erhält der Kunde quasi in Echtzeit. 

Das Feedback auf die Logistiknachrichten nutzte Your Superfood auf zwei Weisen: Negative Rückmeldungen leiteten sie an den Kundensupport weiter. Positives Feedback nutzen sie, um dem Kunden weitere Produkte zu verkaufen - Stichwort Upselling.

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Autor:

Verena Gründel

ist seit April 2017 für das Marketingressort der W&V tätig. Davor schrieb sie für iBusiness über Digitalthemen. Nach Feierabend kocht und textet sie für ihren Foodblog – und gleicht das viele Essen mit ebenso viel Sport aus. Wenn sie länger frei hat, reist sie am liebsten mit dem Auto durch Lateinamerika, von Mexiko bis an die Südspitze Argentiniens.