Joint Business Plans :
Schulterschluss: Google kooperiert mit JvM und Grabarz & Partner

Google weitet die Kooperationen mit Kreativagenturen aus: Nach BBDO gibt es nun auch Jahresvereinbarungen mit Jung von Matt und Grabarz & Partner.

Text: Judith Pfannenmüller

Oliver Rosenthal, Google Industry Leader Creative Agencies: "Google früh ins Briefing einbinden"
Oliver Rosenthal, Google Industry Leader Creative Agencies: "Google früh ins Briefing einbinden"

Niemand wollte es wohl an die große Glocke hängen, doch nach dem Schulterschluss mit BBDO Anfang des Jahres ist Google inzwischen mit zwei weiteren Kreativagenturen strategische Kooperationen eingegangen: Bereits seit Mitte des Jahres bestehen auch mit Jung von Matt sowie Grabarz & Partner sogenannte "Joint Business Plans". Das bestätigte Oliver Rosenthal, Industry Leader Creative Agencies bei Google, auf W&V-Anfrage.

Für Google und seine Key-Account-Abteilung Large Client Sales  (LCS) geht es darum, sich engeren Zugang zu denjenigen Werbekunden zu verschaffen, die erhebliche Marketingspendings auf Google und Youtube haben. Dabei sucht Google sowohl den direkten Kundenkontakt als auch denjenigen über die Agenturen. Das Agenturteam um Agency Director Petri Kokko, in dem auch Rosenthals Bereich "Creative Agencies" aufgehängt ist, sucht den Zugang zu Kunden über deren Media-, Performance- oder Kreativagenturen herzustellen.

In den "Joint Business Plans" - auf Geschäftsführungsebene definierte Jahresvereinbarungen zwischen Google und den Agenturen - werden beispielsweise "Fokuskunden" definiert, mit denen man enger zusammenarbeiten will. Es werden feste Ansprechpartner auf beiden Seiten bestimmt, und die Google-Teams werden bereits in Briefingphasen hinzugezogen. Die Agenturen wiederum profitieren vom schnellen und direkten Zugang zu kundenrelevanten Datenanalysen, neuesten technologischen Entwicklungen und Erkenntnissen über die Funktionsweise und kreative Anwendung neuer Werbeformen.

Von Zusammenarbeit profitieren beide Seiten

Grabarz & Partner beispielsweise hat darüberhinaus mit Google ein intensives Trainingsprogramm mit mehreren Workshops vereinbart. Auch mit Facebook besteht eine vergleichbare Vereinbarung mit festen Ansprechpartnern und der Möglichkeit, neue Tools als einer der ersten testen zu können. "Es macht Sinn, das Schaffen originärer Lösungen und Storytelling in der Agentur mit dem digitalen Ökosystem, den innovativen Technologien und dem Datenschatz von Google zusammen zu werfen", sagt Stefanie Kuhnhen, Geschäftsführerin Strategie bei Grabarz & Partner. So schaffe es die Agentur, Werbung mit mehr Unterhaltungswert für die Menschen und damit auch Mehrwert für die Kunden herzustellen.

Christian Gast, Strategiechef bei Jung von Matt, sagt: "Über den Joint Business Plan können wir für unsere Kunden noch tiefer in die Daten von Google einsteigen und neue technologische Entwicklungen testen".

Der engere Schulterschluss mit ausgewählten Agenturen, "die es besonders ernst nehmen mit der Digitalisierung", sei aber kein Ausschlusskriterium für andere Agenturen, sagt Google-Manager Rosenthal. Das Creative Agency Team sei "weiter für alle Agenturen da, die eine Beratung von Google wollten".


Autor:

Judith Pfannenmüller
Judith Pfannenmüller

ist Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Sie liebt den ständigen Wandel, den rauhen Sound und die thematische Vielfalt in der Hauptstadt.