Verkaufsstart in Deutschland :
So gut ist der Apple Homepod wirklich

Der Apple Homepod kommt nach Deutschland. Doch ist er eine Konkurrenz für Amazon Echo und Google Home? Ein Vorabtest zeigt die Stärken und viel Verbesserungsbedarf.  

Text: Verena Gründel

Der Apple Homepod sieht aus wie eine Klopapierrolle - so zumindest der Vorwurf einiger Kritiker.
Der Apple Homepod sieht aus wie eine Klopapierrolle - so zumindest der Vorwurf einiger Kritiker.

Am 18. Juni bringt auch Apple endlich seinen smarten Lautsprecherassistenten auf den deutschen Markt. Im Gegensatz zu den Konkurrenzprodukten Amazon Echo und Google Home zielt der Homepod auf Musikliebhaber ab und stellt daher den Klang in den Vordergrund.

Das zeigt sich am Preis: Der ist mit 350 Euro deutlich teurer als das Google- und das Amazon-Gerät, die in der Standardvariante 150 beziehungsweise 100 Euro kosten. Doch kann der Homepod wirklich so viel mehr? Das Portal Testberichte.de hat den Lautsprecher getestet und mit den Alternativen verglichen. Das Ergebnis:

Der Klang ist super

Wer viel Wert auf guten Klang legt, scheint mit dem Homepod die richtige Wahl zu treffen - wenn auch mit einer wichtigen Einschränkung. Laut den Testern klingt das Apple-Gerät verglichen mit den meisten anderen WLAN-Lautsprechern seiner Preisklasse hervorragend.

Das liegt unter anderem daran, dass das Gerät Ton und Lautstärke an die räumlichen Gegebenheiten anpasst, wie es auch die Sonos-Lautsprecher können. Die Mikrofone sollen ebenfalls sehr gut funktionieren. Die Sprachassistentin Siri versteht Befehle selbst bei lauter Musik und aus dem Nebenraum.

Aber: Apple bevorzugt auf dem Homepod die eigenen Dienste und erschwert die Nutzung der Konkurrenz. Der Sprachbefehl "Spiele den Song ..." funktioniert nur, wenn man einen Zugang zu Apple Music hat. Wer Spotify oder Deezer abspielen möchte, muss den Umweg über Handy oder Rechner nehmen.

Die Sprachsteuerung hinkt hinterher

Und dann ist da noch die Schwierigkeit mit Siri. Die war zwar Pionier auf dem Gebiet der Sprachsteuerung. Aber Apple hat es verpasst, sie weiterzuentwickeln. Nun zeigt sich, dass Google und Amazon weiter sind: Nach Meinung der Testredakteure ist Siri unflexibler und kann deutlich weniger als die Konkurrenten, die bereits Stimmen verschiedener Nutzer erkennen.

Auch haben sie mehr Skills unabhängiger Anbieter, beziehungsweise "Actions" bei Google, integriert haben. "Wer beispielsweise auf Zuruf über Mytaxi einen Wagen bestellen oder via Lieferando etwas zu Essen bestellen will, sollte am besten weiterhin Alexa fragen", lautet ihr Fazit. 

Immerhin lässt sich Apples Netzwerklautsprecher problemlos einrichten und als Smart-Home-Zentrale zur Steuerung kompatibler Geräte nutzen, schreiben sie. 

Der Homepod sollte sich öffnen

Der Homepod ist also eher etwas für den eingefleischten Apple-Fan, der das geschlossene System gewohnt ist. Die breite Masse wird Amazons Echo oder Google Home bevorzugen. Damit richtet sich Apple an eine äußerst kleine Zielgruppe, denn ohne ein Abo des eigenen Musikdienstes macht die Anschaffung aktuell kaum Sinn.

Offen bleibt, ob Apple den Homepod per Software-Update nicht nachträglich doch noch anderen Musikdiensten und Apps gegenüber öffnet. Das würde sich sicherlich positiv auf die Verkaufszahlen auswirken. 

So warb Apple im Frühjahr für den Homepod:


Autor:

Verena Gründel

ist seit April 2017 für das Marketingressort der W&V tätig. Davor schrieb sie für iBusiness über Digitalthemen. Nach Feierabend kocht und textet sie für ihren Foodblog – und gleicht das viele Essen mit ebenso viel Sport aus. Wenn sie länger frei hat, reist sie am liebsten mit dem Auto durch Lateinamerika, von Mexiko bis an die Südspitze Argentiniens.