Bitkom-Studie :
Unter Fachkräftemangel leiden die, die zu langsam sind

Viele Bewerber sagen Personal suchenden Unternehmen doch noch ab, obwohl die Zusage schon da war - weil eine andere Firma den Sack schneller zugemacht hat. Das zeigt eine Bitkom-Studie.

Text: Markus Weber

In der Studie wurden Unternehmen danach gefragt, warum Bewerber während des Einstellungsprozesses absagen.
In der Studie wurden Unternehmen danach gefragt, warum Bewerber während des Einstellungsprozesses absagen.

Laut der Bitkom-Studie erhielt fast die Hälfte aller Arbeitgeber sogar schon Absagen, obwohl der Arbeitsvertrag bereits unterschrieben war. Das ist dann besonders ärgerlich.

Aber auch sonst gilt: Viele Firmen, vor allem solche mit weniger als 100 Mitarbeitern, sind beim Bewerbermanagement sowie im gesamten Einstellungsprozess zu langsam. Daher werden ihnen die Wunschkandidaten oft vor der Nase weggeschnappt: Ein Viertel der Unternehmen erhält "häufig oder sehr häufig" während des Auswahlverfahrens Absagen von Bewerbern.

Ein möglicher Grund: Gerade von den Unternehmen mit 50 bis 99 Mitarbeitern verfügen nur 31 Prozent über einen definierten und strukturierten Einstellungsprozess. In 45 Prozent dieser Firmen hat bei der Einstellung der Geschäftsführer oder Vorstand das letzte Wort und nicht die Personal- oder Fachabteilung. Das kann sich am Ende rächen.

Denn das sind die häufigsten Gründe, warum Bewerber während des Einstellungsprozesses absagen:

  • 95 Prozent: "Bewerber hat in der Zwischenzeit eine andere Stelle gefunden"
  • 66 Prozent: "Unzureichendes Gehalt"
  • 21 Prozent: "Unzufriedenheit mit den Arbeitszeiten"

Um das Risiko auszuschließen, dass eine Einstellung am Ende noch an den Gehaltsvorstellungen scheitert, empfehlen die Studienautoren, dass Arbeitgeber und Bewerber in diesem Punkt gleich am Anfang die Katze aus dem Sack lassen.

Für die repräsentative Studie "Woran scheitern Einstellungen?" hat Bitkom Research im Auftrag von Personio deutschlandweit mehr als 300 Unternehmen befragt.

Insgesamt fällt es laut der Studie 65 Prozent aller Unternehmen schwer, neue und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Im Schnitt, so ein weiteres Ergebnis der Studie, führend rund 23 Prozent aller Vorstellungsgespräche am Ende zu einem Anstellungsverhältnis.

Hauptgründe für die Nicht-Einstellung von Bewerbern

Hauptgründe für die Nicht-Einstellung von Bewerbern


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.