Digitalisierung :
Was andere FMCG von der Kosmetikbranche lernen können

Kosmetikunternehmen nutzen die Digitalisierung für sich, das ergab eine Studie des Beratungsunternehmens McKinsey. Sie spricht der Beauty-Branche gar eine Vorreiter-Rolle in der Branche der FMCGs ein.

Text: Franziska Mozart

Vor allem neue Online-Beauty-Player verstehen es, Communities um ihre Marke aufzubauen.
Vor allem neue Online-Beauty-Player verstehen es, Communities um ihre Marke aufzubauen.

Kosmetikunternehmen nutzen die Digitalisierung für sich, das ergab eine Studie des Beratungsunternehmens McKinsey. Die Studie spricht der Beauty-Branche gar eine Vorreiterrolle in der Branche der schnelldrehenden Konsumgütern (FMCG) zu. Denn im Gegensatz zum Großteil der übrigen Branche, nutzen Beauty-Unternehmen digitale Technologien besser für sich und stellen sich besser auf das veränderte Konsumentenverhalten ein. Doch auch hier gibt es Unterschiede zwischen etablierten Anbietern und reinen Online-Unternehmen, die viermal so schnell wachsen.

Stefan Rickert, McKinsey-Partner und Konsumgüterexperte, sieht einen Grund darin, dass Kosmetikkunden "früher als in anderen Segmenten neue Technologien wie Social Media für sich entdeckt haben, um sich zu informieren und um Beauty-Produkte zu kaufen". Diese Entwicklung hätten neue kleinere Hersteller genutzt und geschickt Markenbindung über Social-Media- und Influencer-Marketing betrieben.

Laut der Studie haben es neue Online-Beauty-Player geschafft, eine Community von meist jungen Konsumenten aus der Millennial-Generation um ihre Marke aufzubauen. Auf diese Weise können sie agil auf Kundentrends reagieren, hohe Preise ansetzen und entsprechende Margen erwirtschaften.

Mit dieser Strategie treiben sie auch den Wandel bei etablierten Konkurrenten an. Vielen ist es bereits gelungen, sich auf diese Marktdynamik einzustellen. Immerhin sorgen die traditionellen Beauty-Marken noch immer für 90 Prozent Marktanteil im 250 Milliarden US-Dollar schweren globalen Kosmetikmarkt.

Dabei helfen drei Strategien, die sich auch für andere FMCG-Segmente übertragen lassen:

  • Zukäufe von kleinen digitalen Startups,
  • Adaption von neuen Marketing-Methoden wie Influencer-Marketing
  • sowie Aufbau von Inkubatoren im Unternehmen.

"FMCG-Unternehmen müssen verstehen, wie ihre Konsumenten ticken und ihre Marketingstrategien anpassen. Egal ob es um Wimperntusche, Bier oder Joghurt geht, heutzutage müssen Konsumenten emotional einbezogen werden", so Rickert.