Bitkom :
Was Startups an Deutschland stört

Viele Startups sind mit dem Standort Deutschland nicht wirklich zufrieden. Das geht aus einer Bitkom-Umfrage hervor.

Text: W&V Redaktion

In Berlin lassen sich viele Startups nieder.
In Berlin lassen sich viele Startups nieder.

Erst vor wenigen Monaten musste Berlin den Titel Startup-Hauptstadt Europas abgeben (Quelle: Ernst & Young). Jetzt kommen weitere schlechte Nachrichten für den Startup-Standort Deutschland hinzu: Derzeit würden nur 44 Prozent der Gründer ihr Unternehmen erneut hierzulande starten. Immerhin 32 Prozent würden stattdessen die USA vorziehen. Das geht aus einer aktuelle Bitkom-Umfrage unter 150 Startups hervor. 

Was die Jung-Unternehmer in Deutschland stört:

1. schwierige Finanzierung (55 Prozent)
2. Kunden zu traditionell (55 Prozent)
3. allgemeine Bürokratie (52 Prozent)
4. fehlende Kooperationen mit etablierten Firmen (32 Prozent)
5. Mindestlohngesetz (28 Prozent)
6. Mangel an Fachkräften (27 Prozent)
7. hohe Steuern (26 Prozent)
8. Regulierung in einzelnen Branchen (26 Prozent)
9. zu langsame Internetverbindungen (20 Prozent)
10. fehlende Kooperationen mit Startups (7 Prozent)

Die Unternehmer beklagen also unter anderem Schwierigkeiten an Geld zu kommen. Laut dem Branchenverband Bitkom brauchen die Startups in den kommenden zwei Jahren jedoch im Durchschnitt 2,4 Millionen Euro Kapital. Nur jeder dritte Gründer (34 Prozent) gibt aktuell an, für die nächsten 24 Monate bereits ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung zu haben.

Der Verband hat einige aktuelle Zahlen zu den Startups zusammengetragen: Im Durchschnitt beschäftigen die Firmen 15 Mitarbeiter. Mehr als jedes zweite Unternehmen hat im vergangenen Jahr neue Stellen geschaffen (58 Prozent). 72 Prozent der Gründer planen 2016 Neueinstellungen und gerade einmal ein Prozent will Stellen abbauen. Die Belegschaft ist relativ international: 56 Prozent beschäftigen ausländische Mitarbeiter.

Berlin ist allerdings immer noch zumindest die deutsche Startup-Haupstadt. Das geht aus dem "Deutschen Startup-Monitor" des Bundesverband Deutsche Startups hervor, der jüngst erscheinen ist. Andere Regionen holen aber auf: 14,1 Prozent der in der Studie untersuchten 1224 Unternehmen haben ihren Sitz im Gebiet Rhein-Ruhr mit den Städten Köln und Düsseldorf, im Vorjahr waren es noch 10,3 Prozent. In Stuttgart/Karlsruhe sind 8,9 Prozent angesiedelt (plus 1 Prozentpunkt). Neu hinzugekommen ist die Region Hannover/Oldenburg, wo 6,9 Prozent der Firmen ihren Sitz haben. Insgesamt ist etwas mehr als die Hälfte aller Start-ups in den genannten Regionen sowie in Berlin, München und Hamburg ansässig.

Den kompletten Bitkom-Report kann man hier herunterladen.


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