Überall, jederzeit, beliebig oft

Die Studie zeigt zudem, dass die klassische Bildungskonstellation von Lehren, Lernen und Wissen sich durch die Digitalisierung grundlegend ändert: Selbstständige, informelle Praktiken des Lernens gewinnen an Bedeutung. Tutorials und Erklärvideos, die man sich überall und jederzeit beliebig oft ansehen kann, kommen den Erwartungen von Jugendlichen von eigenen Lernrhythmen und Lernzeiten entgegen.

Obwohl YouTube nicht primär als Bildungsmedium eingerichtet ist, hat die Plattform aber eine unerwartet hohe Bedeutung für den Bildungsbereich gewonnen. "Es ändern sich die Übungsformen der Schüler und damit auch die Voraussetzungen von Unterricht insgesamt. Man kann, wenn man das Medium schulseitig bewusst einsetzt, Unterricht anders aufbauen und auf diese Weise mehr Platz für individuelle Fragen und für Reflexion im Unterricht finden. Und man kann sich zur pädagogischen Eigenproduktion audiovisueller Medien anregen lassen", sagt Prof. Eckart Liebau, Vorsitzender des Expertenrates.

Für die Studie "Jugend/YouTube/Kulturelle Bildung. Horizont 2019" wurden 818 deutschsprachige Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren im Zeitraum von Februar bis März 2019 repräsentativ vom Meinungsforschungsinstitut IFAK befragt.


Autor:

Belinda Duvinage

legt ein besonderes Augenmerk auf alle Marketing-Themen. Bevor die gebürtige Münchnerin zur W&V kam, legte sie unter anderem Stationen bei burdaforward und dem Münchner Merkur ein, leitete ein regionales Magazin in Göttingen und volontierte bei der HNA in Kassel. Den Feierabend verbringt sie am liebsten mit ihren drei Jungs in der Natur, auf der Yogamatte, beim perfekten Dinner mit Freunden oder, viel zu selten, einem guten Buch.