Modebranche :
Zalando will als Internet-Dienstleister punkten

Zalando beschäftigt bereits rund 1.600 digitale Entwickler - und gefällt sich immer mehr in der Rolle als Helfer für Modefirmen.

Text: W&V Redaktion

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Zalando sieht sich
Zalando sieht sich

Der Berliner Versandhändler Zalando will sein Standbein als Internet-Dienstleister für Modefirmen ausbauen. "Es ist letztlich das Ziel, die Zalando-Plattform als eine Art Betriebssystem der gesamten Modewelt zu etablieren", sagte Vorstandsmitglied Robert Gentz bei der Hauptversammlung des Unternehmens.

Neben dem eigenen Handelsgeschäft bietet Zalando etwa Kundenanalytik- oder Logistik-Leistungen an. Damit können Firmen den eigenen Vertrieb optimieren und das Verhalten von Käufern besser einschätzen. Modemarken können die Zalando-Seite zudem als Plattform für eigene Shops nutzen.

Unter den mittlerweile 12.000 Zalando-Mitarbeitern sind auch rund 1.600 digitale Entwickler. "Damit sind wir eines der größten Technologieunternehmen in Europa und diese Position wollen wir auch weiter ausbauen", erklärte Vorstandsmitglied Rubin Ritter. Eigene Einzelhandelsstandorte wie etwa Flagship Stores sind bei dem Online-Händler dagegen weiter nicht geplant.

Dem Unternehmen zufolge beträgt der Anteil am europäischen Mode-Einzelhandel aktuell zwar erst rund ein Prozent, das ist aber doppelt so viel wie vor drei Jahren. Ritter räumte ein, dass solche Wachstumsraten in steigenden Größenordnungen schwieriger werden. Doch er hat dieses Ziel ausgegeben: Der Marktanteil soll sich in den nächsten drei Jahren verdoppeln.

Die Aktionäre müssen auch in diesem Jahr auf eine Dividende verzichten - stattdessen will das Unternehmen in den Ausbau investieren. Rund 200 Millionen Euro sollen 2017 fließen, sagte Ritter. "Dass dieser Ansatz funktioniert, hat sich, glaube ich, in den letzten Jahren gezeigt."

Auch in diesem Jahr zielt der Konzern auf ein Umsatzplus von 20 bis 25 Prozent. 2016 hatte Zalando den Erlös um 23 Prozent auf 3,64 Milliarden Euro gesteigert. Mit neuen Logistikzentren in Polen und Schweden habe der Händler genug Kapazitäten für sieben Milliarden Euro Umsatz, erklärte Ritter.

Im vergangenen Jahr war der Gewinn indes gefallen. Zalando hatte 2016 einen Überschuss von 120,5 Millionen Euro eingefahren, eine Million Euro weniger als im Jahr zuvor. 69,2 Millionen Bestellungen gingen ein, ein Viertel mehr als 2015. (app/dpa)


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W&V Redaktion
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Tobias Welp 2. Juni 2017

In Sachen Online Marketing macht Zalando auch niemand was vor. Kein Wunder das andere Modehersteller und Online Shops etwas von Zalando lernen wollen. Zum Teil nutzen diese ja nicht einmal die gängigen SEO Methoden. Anstatt eine SEO Agentur, wie beispielsweise seomatik (https://www.seomatik.de/), zu beauftragen, vermarkten diese dann lieber Ihre Produkte über die Zalando Plattform und zahlen eine Provision. Diese könnten sie sich auch sparen. Zalando macht es auf jeden Fall richtig und besinnt sich auf seine Stärken.

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