Unterschiede zwischen den Ländern

Während Elemente wie flexible Arbeitszeiten, ein flexibler Arbeitsort oder Angebote zur Vorsorge in allen drei Ländern weit verbreitet sind, gibt es auch regionale Unterschiede.

Für Arbeitgeber aus Österreich gilt so beispielsweise ein Betriebsarzt mit einer Verbreitung von 97 Prozent als "Must-Have", während in der Schweiz nur elf Prozent der Unternehmen Zugriff auf einen Office-Doktor haben.

Dort gibt es dagegen für 72 Prozent der Angestellten einen Zuschuss zu Versicherungen – bei den Nachbarn Österreich und Deutschland ist diese Leistung mit 47 bzw. 35 Prozent nur im Mittelfeld angesiedelt. Auch ein Essenszuschuss ist in Österreich sehr gern gesehen – 50 Prozent der Unternehmen bieten diesen für alle Mitarbeitenden an.

Firmenfahrräder in Deutschland beliebt

Es zeigt sich, dass in Deutschland Mobilitäts-Benefits weiter verbreitet sind als bei den Nachbarn. Jobtickets bieten hier mit 55 Prozent deutlich mehr Arbeitgeber an, als in Österreich mit 19 und in der Schweiz mit 39 Prozent.

Und Firmenfahrräder erleben geradezu einen Boom: "Diese Zusatzleistung bieten in Deutschland ganze 31 Prozent der Befragten allen ihren Arbeitnehmern bereits an, 27 Prozent planen es. Bei unseren Nachbarländern steht das Angebot von Fahrrädern vom Arbeitgeber noch bei jeweils einem guten Zehntel", meint dazu Nils Prüfer von Kienbaum.

Bei der Kommunikation ist noch Luft nach oben

Verbesserungspotential gibt es laut Prüfer noch bei der Kommunikation der Zusatzleistungen: "Gerade bei der Kommunikation der bereits getroffenen oder geplanten Maßnahmen sehen unsere Teilnehmer ganz selbstkritisch noch Luft nach oben. Ein Drittel der Unternehmen gibt an, dass der Bekanntheitsgrad ihres Portfolios intern 'nicht gut' oder 'eher nicht gut' sei."

Das Intranet (81 Prozent Verbreitung) ist der Hauptkanal, über den die vorhandenen Leistungen kommuniziert werden, gefolgt von Einzel- und Mitarbeitergesprächen (37 Prozent) oder Mailings (27 Prozent).

Social Media wir zu wenig genutzt

"Social Media liegen mit einem Einsatz von 20 Prozent dahinter, obwohl sie gerade für externe Employer Branding-Maßnahmen zur Talentgewinnung nützlich sein könnten. Unternehmen brauchen hier deutlich mehr Selbstbewusstsein, um ihre guten Ansätze intern sowie extern bekannt zu machen", ergänzt Prüfer die Erkenntnisse aus der Studie.

Gleichzeitig setzen nur 16 Prozent der Unternehmen strukturierte Maßnahmen wie Befragungen oder Benchmarks ein, um die Attraktivität ihres Port­folios dann auch zu bemessen.

An der Studie nahmen laut Kienbaum mehr als 100 Unternehmen aus dem DACH-Raum teil. Der Befragungszeitraum lag vor Ausbruch der Corona-Pandemie.



Autor: Maximilian Flaig

ist seit 2018 W&V-Redakteur und verbringt in dieser Funktion die meiste Zeit des Tages im Agenturressort. Dort versorgt ihn die kreativste Branche der Welt zuverlässig mit guten Geschichten - oder mit Zahlen für diverse Rankings. Sport- und Online-Marketing interessieren den gebürtigen Kölner besonders.