Prämiert werden nun wieder solche Plätze, "die typisch für Berlin sind - urban, vielfältig, sozial". Bis Ende Juni können sich Unternehmen mit ihren Wohlfühl-Oasen für die Belegschaft bewerben. Diffferent gehörte 2017 zu den Preisträgern.

Wie viele Unternehmen in der Hauptstadt für und mit Beschäftigten Gärten angelegt haben, kann indes niemand so recht sagen. Von Dutzenden ist bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) die Rede, die in einem Bündnis zu den Unterstützern des Wettbewerbs gehört.

Firmen wie Märkisches Landbrot, Vattenfall, der Medienkonzern SpringerBayer Pharma oder Knauer Wissenschaftliche Geräte und die Berliner Stadtreinigungsbetriebe haben bereits grüne Plätze eingerichtet. Solche Gärten förderten die Gesunderhaltung der Beschäftigten und verbesserten auch das Unternehmensimage, erläutert IHK-Sprecherin Claudia Engfeld.

Die Stiftung Grüne Stadt hat den Wettbewerb angeregt. Sie hat ein Konzept entwickelt und stellt es bundesweit interessierten Kommunen zur Verfügung, so auch in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Einen ersten Firmengarten-Wettbewerb gab es 2002 in Hannover. Diese Erfahrungen habe die Stiftung aufgegriffen, erläutert Peter Menke. Heute suchten Firmen angesichts immer knapper werdender Fachkräfte nach neuen Möglichkeiten, ihren Mitarbeitern etwas zu bieten. Ein angenehmes Arbeitsumfeld sei ein weicher Standortfaktor.

Landschaftsarchitekt Philipp Sattler, der schon im Vorjahr ehrenamtlich in der Berliner Jury saß, sieht eine Verbesserung des Klimas im doppelten Sinn - für die immer mehr verdichtete Stadt sowie für die Firmen. Er freut sich, dass vielerorts Mitarbeiter ihr Grün selbst pflegten oder mit angelegt haben. "Da sieht man dann, es funktioniert nicht, nur einmal in den Baumarkt zu fahren." Die Kosten für Bau und Unterhalt seien meist überschaubar. Auch eine begrünte Fassade sei eine nachhaltige Investition.

Blick über Berlin: Dachgarten von Diffferent.

Bei Diffferent halten Profis den Dachgarten in Schuss, bei der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte pflegen Mitarbeiter ihr Grün selbst. Hier entstand ganz in der Nähe des Fernsehturms aus einem hässlichen Parkplatz ein Garten mit Hochbeeten aus Holz, wie Sprecher Martin Püschel begeistert erzählt. Da trifft man sich zu Meetings oder zum Grillen. Zwischen wildem Wein hängen an einer Wand bunte Vögelkästen. Auf dem begrünten Dach der Zentrale stehen Bienenkästen.

"Gegärtnert wird in der Pause oder nach Feierabend", berichtet Püschel über den Hofgarten. Doch den Anfang mit richtigem Konzept hätten die Spezialisten von den Prinzessinnengärten in Kreuzberg gemacht. Sprecher Püschel ist bei der Pflege der Beete auf den 200 Quadratmetern auch dabei. "Man kriegt ein besseres Gefühl für die Natur."

Grün in der Stadt.

Jutta Schütz, dpa


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W&V Redaktion
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