Dass bei New Work nicht alles wie immer, sondern alles anders ist, darüber waren sich die rund 700 Teilnehmer des Online-Events "Brave New Work" von Kienbaum, einig. In der intensiven Debatte konnten vier zentrale Handlungsfelder ausführlich diskutiert werden, auf die es jetzt unter anderem ankommt.

Die Handlungsfelder

#1 New Ways of Working

Covid-19 hat die Digitalisierung und Vernetzung der Arbeit entscheidend vorangetrieben. Plötzlich ist das "WIE" und das "WIR" wichtiger als das "Wo". Doch bei aller Euphorie über das Erreichte, macht sich an manchen Stellen bereits Ernüchterung breit: So sind Kreativprozesse auf Distanz kaum möglich. 

Die Integration neuer Mitarbeiter gestaltet sich mühsam. Und auf Dauer werden sich Zugehörigkeit und Teamspirit "remote" nicht aufrechterhalten lassen –Herausforderungen, für die es (noch) kein Patentrezept gibt. 

#2 Transformation und Führung

Die Krise hat in vielen Bereichen wie ein Turbo gewirkt. Die meisten Führungskräfte gehen davon aus, dass sie auch in Zukunft schneller Entscheidungen treffen werden. Doch mit steigendem Tempo wächst auch die Gefahr, dass Menschen nicht mehr mithalten können oder wollen. 

Eine selbstlernende Organisation, die anpassungsfähig, schnell und wirkungsvoll auf neue Herausforderungen reagiert, funktioniert allerdings nur, wenn alle mutig mitziehen. Mehr denn je muss Führung jetzt Stabilität und Zuversicht vermitteln, Leitplanken und Ziele setzen und gleichzeitig den Gestaltungsspielraum der Mitarbeiter erweitern – eine Gratwanderung.

#3 Purpose

Spätestens seit der Finanzkrise von 2008/2009 ist wirtschaftlicher Erfolg nicht mehr das einzige Maß, an dem Unternehmen gemessen werden. Organisationen müssen Haltung zeigen und darlegen, wie sie zu gesellschaftlichen Herausforderungen stehen und nach welchem moralischen Kompass Entscheidungen getroffen werden. Was für Führungskräfte gilt, gilt auch für Organisationen: Authentizität, Transparenz und Glaubwürdigkeit werden zur wichtigsten Währung. 

#4 Diversity

Um die immer komplexeren Herausforderungen erfolgreich zu meistern, müssen Unternehmen endlich die Komfortzone der Konformität verlassen und mutig in Vielfalt investieren. Dabei geht es nicht nur um Unterschiede in Geschlecht, Hautfarbe oder sexueller Orientierung. Echte Vielfalt bezieht sich auch auf Bildungswege, sozialen Background, Alter und Persönlichkeitsstruktur. Entscheidend ist der unterschiedliche Erfahrungshorizont, der andere Sichtweisen auf die Welt und neue Herangehensweisen an Probleme ermöglicht.

"Wir müssen lernen, nicht im ‚entweder – oder‘, sondern vielmehr im ‚sowohl als auch‘ zu denken", sagt Henning Böhne, Managing Director bei Kienbaum. "Gemessen wird künftig am Wert für die Gemeinschaft. An Ideen, an Leidenschaft. Nicht an starren Zahlen. Wann und wo etwas erarbeitet wird, ist nicht mehr so entscheidend. Das gute Ergebnis zählt, die gute Arbeit. Und diese neuen Resultate entstehen durch eine neue Art der Zusammenarbeit."

Dazu will Kienbaum mit seinem "Manifest für die Arbeitswelt von morgen", ein Leitfaden für Organisationen im Post-Corona-Zeitalter, neue Denkanstöße liefern. Das Manifest kann kostenfrei auf der Webseite von Kienbaum angefordert werden.



Autor: Belinda Duvinage

legt ein besonderes Augenmerk auf alle Marketing-Themen. Bevor die gebürtige Münchnerin zur W&V kam, legte sie unter anderem Stationen bei burdaforward und dem Münchner Merkur ein, leitete ein regionales Magazin in Göttingen und volontierte bei der HNA in Kassel. Den Feierabend verbringt sie am liebsten mit ihren drei Jungs in der Natur, auf der Yogamatte, beim perfekten Dinner mit Freunden oder, viel zu selten, einem guten Buch.