Den Grünen geht der Vorschlag nicht weit genug: "Es muss klar sein, dass sie ein oder zwei Tage in der Woche von zu Hause arbeiten können, und zwar regelmäßig, damit sich alle verbindlich darauf einstellen können", betonte Beate Müller-Gemmeke (Grüne), Bundestagssprecherin für Arbeitnehmerrechte.

Der Sprecher für Arbeitsmarktpolitik der FDP-Bundestagsfraktion, Johannes Vogel, sagte: "Bundesarbeitsminister Heil will mit veralteten Werkzeugen an der digitalen Zukunft unseres Landes bauen (...)." Dabei seien echte Modernisierungsvorschläge rund ums flexible Arbeiten dringender denn je, so Vogel. "Der produktive Pragmatismus, den Unternehmen und Beschäftigte seit Corona überall zeigen, findet derzeit viel zu oft in rechtlichen Grauzonen statt - das ist kein Zustand."

Auch die AfD-Fraktion im Bundestag reagierte kritisch auf Heils Vorstoß. "Der Vorschlag birgt die Gefahr der Spaltung von Belegschaften und der Störung des Betriebsfriedens, weil ein Teil der Beschäftigten vor Ort im Betrieb unentbehrlich ist, während andere von zu Hause aus arbeiten dürfen", sagte René Springer (AfD), Mitglied im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales.

Zumindest einen ersten Schritt in die "richtige Richtung" erkannten die Linken im Bundestag in Heils Vorschlag. Aber mit einem Anspruch auf zwei Tage Homeoffice pro Monat bleibe das Arbeiten von zu Hause für diejenigen, "deren Arbeitgeber nicht flexibel sind, eine seltene Ausnahme von der Regel und wird nicht Teil einer neuen Arbeitsnormalität", sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linke-Bundestagsfraktion, Sabine Zimmermann, am Montag.

Auch Wirtschaftsverbände äußerten Kritik an Heils Vorhaben. Prinzipiell sollten weiterhin zunächst Personalverantwortliche und Führungskräfte entscheiden, ob Homeoffice sinnvoll, effektiv und effizient sei, sagte Oliver Stettes, Arbeitsmarktexperte beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Heils Arbeitsministerium betonte die grundlegenden Vorteile vom Homeoffice. Arbeitnehmer hätten mehr Zeit für die Familie, weniger Stress und stünden morgens nicht im Stau. Moderne Regeln für mobile Arbeit oder Homeoffice werteten den Standort Deutschland auf und steigerten die Arbeitszufriedenheit.



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Autor: W&V Redaktion

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