Employer Branding :
R/GA setzt auf Begeisterung der Siemens-Mitarbeiter

Im Wettbewerb um Spitzenkräfte sieht sich Siemens in Konkurrenz mit Digitalunternehmen. Darum geht der Technikkonzern  mit Unterstützung der Agentur R/GA in die Offensive.

Text: Susanne Herrmann

Zheng Shao Qu (M.) arbeitet in Chengdu, China, für Siemens und gibt einen 360-Grad-Einblick in seine Arbeit, seine Ziele und sein Leben (hier beim Mah-Jongg).
Zheng Shao Qu (M.) arbeitet in Chengdu, China, für Siemens und gibt einen 360-Grad-Einblick in seine Arbeit, seine Ziele und sein Leben (hier beim Mah-Jongg).

Um sich als Arbeitgeber weltweit attraktiv zu machen, hat Siemens bereits im Sommer ein umfassendes Employer-Brand-Programm aufgesetzt. Das Konzept stammt von der Werbeagentur R/GA, Berlin. Der Plan ist nicht weniger als einen grundlegenden Kulturwandel bei Siemens einzuläuten - und den Schritt ins digitale Zeitalter zu vollziehen.Denn das sei gerade die Transformationsaufgabe, vor der Siemens stehe, sagt die Konzernverantwortliche Rosa Riera, VP Employer Branding & Social Innovation: "Vom 'Maschinenbauer' zum digitalen Business." Die Konkurrenz zu Arbeitgebern aus der Digi-Branche sieht Riera dennoch gelassen: "Wir glauben, dass wir uns hier durchaus behaupten können, und daher lassen wir ab sofort die für sich sprechen, die Siemens ausmachen: Das sind über 350.000 Mitarbeiter weltweit, die Tag für Tag daran arbeiten, die Zukunft zu gestalten."

Darum dreht sich die Kampagne: Die Siemens-Mitarbeiter aus den verschiedenen Märkten weltweit erzählen zum Beispiel von der Zukunft des Ingenieurswesens und was jeder einzelne Mitarbeiter dazu beiträgt. Was machen die da, worauf kommt es ihnen an, wie leben sie dort, wie sieht es aus in dem Land, in dem sie für Siemens im Einsatz sind?

Diese Filmreihe ist der Kern der Strategie, die auf eine langfristige Entwicklung des Employer Branding abziele. Konzern und Agentur betonen, man lege  Wert darauf, "aus dem Inneren des Unternehmens heraus eine authentische Arbeitgebermarke zu entwickeln. Abseits von überholten Corporate Messages und üblichen Kommunikationskanälen" blicke man hinter die Kulissen.
 
Zum Employer-Branding-Programm gehört eine 360-Grad-App mit zugehörigem Videokanal. Damit sich alle Mitarbeiter das ansehen können, wurden 350.000 VR-Cardboards an Siemens-Mitarbeiter verteilt. Die Clips laufen außer in der App auf der Siemens-Website sowie aus verschiedenen Ländern auf Youtube (hier das Video aus Ägypten). Einen weiteren Zugang zur Mitarbeiter-Welt bietet ein Futuremakers-Content-Hub auf Medium.
 

Für alle Märkte von Siemens entwickelten der Konzern und R/GA eine Kampagne, die auf das Employer-Branding-Programm aufmerksam macht. Dazu werden Poster, Banner und Flyer eingesetzt und das Format der "Siemens Future Talks", bei dem  Mitarbeiter über Zukunftsthemen sprechen.

Beim Schritt in die Digitalisierung hilft - die Digitalisierung: "Das digitale Zeitalter macht es uns möglich, so einfach wie nie zuvor von den Erfahrungen anderer Menschen zu profitieren. Das gilt nicht nur beim Einkaufen, sondern auch bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Mit dem neuen Employer-Brand-Programm stellt Siemens seine Kernkompetenz in den Fokus und öffnet gleichzeitig den direkten Zugang zu den eigenen Mitarbeitern, sodass man sich bei ihnen aus erster Hand über den Arbeitsplatz Siemens informieren kann. Das ist lebendige Innovation", so Sascha Martini, Managing Director R/GA Berlin.

Erfolge kann die Kampagne bereits nachweisen: Einige Zahlen zu Besuchen auf der Siemens-Karriereseite zum Beispiel oder den App-Downloads legen R/GA und Siemens vor.

Infografik zur Wirkung der Employer-Brand-Aktion von Siemens und R/GA.

Infografik zur Wirkung der Employer-Brand-Aktion von Siemens und R/GA.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.