Gegen stereotypes Marketing :
Warum Diageo Diversität wichtig ist

Frauen in Führungspositionen, unterschiedliche Kulturen in Strategie und Kreation - das sind wichtige Kriterien, nach denen der Spirituosenhersteller Diageo seine Agenturen aussucht.

Text: W&V Redaktion

Diageo achtet verstärkt auf Diversität in der Werbung.
Diageo achtet verstärkt auf Diversität in der Werbung.

Der Spirituosen-Hersteller Diageo will sein stereotypes Marketing auffrischen und hat daher seine Agenturen nach deren Diversity-Strategien gefragt. Wie Gráinne Wafer, weltweite Marketing-Chefin für die Marke Bailey's, gegenüber The Drum enthüllte, sei sie bei einigen Unternehmen auf "leere Gesichter" gestoßen. Namentlich nannte sie diese Agenturen jedoch nicht. "Ich arbeite in einem Unternehmen, in dem Diversität gelebt wird. Mehr als 40 Prozent unserer Senior-Manager sind Frauen", sagte sie. Von manchen Agenturen hätte sie als Antwort gehört: "Wir sind noch nicht so weit. Aber wir haben einen Plan. Das reicht mir ja schon, dass sie wenigstens einen Plan haben", so Wafer.

Vier-Punkte-Plan

Um stereotypes Marketing zu vermeiden, hat Diageo einen Vier-Punkte-Plan aufgestellt: Man achte darauf, dass Frauen und Männern eine gleich hohe Präsenz in der Werbung haben - und nicht mehr nur junge, weiße, hübsche, schlanke Frauen auf den Werbemotiven zu sehen sind. Darüber hinaus habe man ein Augenmerk darauf, wie die Werbung bei der Zielgruppe ankommt und man Männer und Frauen nicht objektiviere. Der dritte Punkt betrifft die Rolle, die Frauen in der Kampagne spielen. Und schließlich achte man auch noch auf die Charakterisierung. Im Idealfall soll die Werbestory auch dann noch interessant sein, wenn man die Tatsache missachtet, dass es darin um eine Frau geht. 

Diageo ist nicht die einzige Marke, die auf Diversität achtet. Auch HP und General Mills erwarten von ihren Agenturen seit einigen Jahren einen angemessenen Anteil an Mitarbeitern unterschiedlicher Hautfarben in kreativen und strategischen Positionen. "Das Interesse ist da, etwas zu verändern", schlussfolgert Wafer. Doch es sei wirklich schwieriger umzusetzen als gedacht.


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