Reporter ohne Grenzen :
Alles Fake oder: BETC und der Kampf für Pressefreiheit

Am Tag der Pressefreiheit legt die internationale Organisation Reporter ohne Grenzen mit einer Kampagne gegen Fake News los. Verantwortlich dafür ist BETC Paris.

Text: Susanne Herrmann

Nicht nur gefälschte Medizin ist gefährlich. Zum Tag der Pressefreiheit am 3. Mai starten Reporter ohne Grenzen die Kampagne #FightFakeNews, kreiert von der Pariser Agentur BETC.
Nicht nur gefälschte Medizin ist gefährlich. Zum Tag der Pressefreiheit am 3. Mai starten Reporter ohne Grenzen die Kampagne #FightFakeNews, kreiert von der Pariser Agentur BETC.

Fake News sind zum geflügelten Wort geworden. Leider. Schuld daran sind "das Internet", Menschen wie Donald Trump, aber auch Menschen, die ungefragt und ungeprüft Lügen über verschiedene Plattformen verbreiten.

Den Preis dafür bezahlen am Ende alle. Um das deutlich zu machen, inszeniert die Kreativagentur BETC aus Paris für Reporter ohne Grenzen einen Reigen weiterer Fälschungen, Fakes, die großen Schaden angerichtet haben. Nicht nur Nachrichten kann man fälschen, sondern Marken, Medikamente, Speiseöl, Implantate ...

Die Zahl der Opfer ist enorm, wie der Spot anführt. Fake News fordern lediglich ein Opfer:

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Anlässlich des Tags der Pressefreiheit am 3. Mai startet die internationale Non-Profit-Organisation Reporter ohne Grenzen die Kampagne unter dem Hashtag #FightFakeNews. Der Kampf gegen Desinformation ist heute eine der größten Herausforderungen des Journalismus, so die Macher.

Der Spot, initiiert von der französischen Vertretung der Reporter, Reporters sans frontières (RSF), wird dort im Fernsehen gezeigt. Klar werden soll, dass die Auswirkungen von Fake News lange nicht so sichtbar sind wie die grausamen Opfer, die beispielsweise Medikamentenfälschungen fordern.

Pressefreiheit in Europa leidet

Weniger gefährlich macht das Falschmeldungen nicht: Sie unterminieren das Fundament der Demokratie auf heimtückische Weise, so die RSF. "Inhalte, die nach strengen und ehrlichen Regeln produziert werden, stehen zunehmend in einem unfairen Wettbewerb mit gesponserten Inhalten, Propaganda und Gerüchten", sagt RSF-Sprecher Christophe Deloire. Studien zeigten, dass sich Fake News leichter verbreiten als verlässliche Nachrichten. Deloire: "Wir können nicht tatenlos dabei zusehen, wie das die Ehrlichkeit in der öffentlichen Diskussion bedroht und am Ende so die Demokratie." Also unternehme RSF Schritte, um die Freiheit des Journalismus, seine Unabhänigkeit und Vielfalt zu schützen.

Erst vor wenigen kam die Rangliste zur Pressefreiheit der Reporter ohne Grenzen heraus. Er zeigte auf, dass sich vor allem in Europa die Lage deutlich verschlechtert hat. Journalistinnen und Journalisten sind dort zunehmend medienfeindlicher Hetze durch Regierungen oder führende Politiker ausgesetzt.

Das schafft ein feindseliges, vergiftetes Klima, das oft den Boden für Gewalt gegen Medienschaffende oder für staatliche Repression bereitet. "Demokratien leben von öffentlicher Debatte und Kritik. Wer gegen unbequeme Journalistinnen und Journalisten polemisiert oder gar hetzt und die Glaubwürdigkeit der Medien pauschal in Zweifel zieht, zerstört bewusst die Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft", sagte ROG-Vorstandssprecherin Katja Gloger. "Hass und Verachtung gegen Journalistinnen und Journalisten zu schüren, ist in Zeiten des Vormarschs populistischer Kräfte ein Spiel mit dem Feuer. Leider erleben wir das zunehmend auch in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union."

Für die Kampagne #FightFakeNews sind bei BETC zusammen mit ECD Stéphane Xiberras die Kreativen Dominique Marchand und Jean-Michel Allirol verantwortlich. Den Film produzierte General Pop. Regie: Caroline Grimpel.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.