Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse :
Auch in der AWA verliert Print Leser

Die AWA bestätigt einen Trend: Zeitungen und Zeitschriften verlieren Leser. Doch die Forscher haben auch Zuwächse bei Print ausgemacht.

Text: W&V Redaktion

Jährliches Zeugnis für Print: die AWA.
Jährliches Zeugnis für Print: die AWA.

Die Reichweiten von Zeitschriften und Zeitungen geben laut der jetzt vorgelegten Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) im großen Stil und überwiegend nach. 22 der 25 größten Titel verlieren in der Analyse. Darunter der Stern aus dem Hause Gruner + Jahr, dem die AWA ganze 860.000 Leser weniger binnen Jahresfrist attestiert (minus 12,6 Prozent).

Auch das Fußballmagazin Kicker steht demnach auf der AWA-Verliererliste, 380.000 Leser weniger rechnen die Forscher der Landlust zu. Bergab geht es zudem in der AWA für den Spiegel (minus 5,5 Prozent) und den Focus (minus 5,5 Prozent).

Gewinner gibt es aber doch: Laut AWA legt der kostenlose Edeka-Kundentitel Mit Liebe - Das Genussmagazin am deutlichsten an Lesern zu. TV Direkt, Gala und Glamour zählen ebenso zu den Gewinnern. Als "reichweitenstärkstes Print-Medium in Deutschland und das im 19. Jahr in Folge" feiert sich indes die Apotheken Umschau; laut AWA erreicht die Marke aus dem Wort & Bild Verlag netto 19,21 Millionen Menschen monatlich.

Nicht viel Plus in der AWA

Zu den Tageszeitungen: Auch sie büßen an Reichweite ein. Prozentual haben in der AWA 2018 die regionalen Kaufzeitungen (minus 13,6 Prozent) am stärksten Federn gelassen. Und ein Reichweiten-Minus in Höhe von 7 Prozent oder 470.000 Lesern muss Bild am Sonntag hinnehmen. 

Gegen den Trend legt Die Zeit zu - sie steigert ihre Reichweite um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (27.000 Leser). Das Wochenblatt liegt damit laut AWA vor der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Welt, SZ sowie FAZ

Durchleuchtet hat die AWA 36 Publikumszeitschriften, 4 Wochenzeitungen, 12 Kundenzeitschriften, 5 überregionale Abo-Tageszeitungen, regionale Kaufzeitungen (7 Einzeltitel zur Gattung zusammengefasst)  sowie Bild mit B.Z., regionale Abo-Tageszeitungen, 2 als "Haushaltswerbung" gelistete Titel, die Gattungsabfrage Anzeigenblätter  sowie 14 Tarifkombinationen.

Nach der alljährlichen Allensbacher Werbeträgeranalyse wird kommende Woche auch die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse wieder Leserzahlen für Print vorlegen. Sowohl für die AWA als auch für die MA Print gilt inzwischen, dass im Abgleich mit den Verkaufszahlen der IVW so manch ein Reichweitenwert von Zeitungen und Zeitschriften hinterfragt werden muss. Immerhin kommen auf manche Titel 20 Leser und mehr.


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W&V Redaktion
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