Shitstorm nach Slum-Fotos :
Ausgeworben: Sonnenklar TV trennt sich von Geissens

Der Reiseshoppingsender Sonnenklar TV hat die Zusammenarbeit mit Carmen und Robert Geiss "komplett und umgehend beendet". Grund: unpassende Urlaubsfotos aus den Slums.

Text: Petra Schwegler

Unpassende Urlaubsfotos aus einem kolumbianischen Slum kosten Carmen und Robert Geiss einen lukrativen Werbevertrag: Der Münchner Reiseshoppingsender Sonnenklar TV hat am Mittwoch die Zusammenarbeit mit den reisefreudigen Kölner TV-Ikonen "komplett und umgehend beendet", wie Senderchef Andreas Lambeck gegenüber "Bild" bestätigte. "Die Geissens haben in den Slums gezeigt, dass sie den Bezug zur Realität verloren haben", so Lambeck. In einem Senderstatement führt er wenig später aus, Hintergrund seien "unüberbrückbare Differenzen, hervorgerufen durch Posts in sozialen Medien, die nicht mit den touristischen Ansätzen und Vorstellungen des Senders zu vereinbaren sind".

Sonnenklar TV tilgt alle Spuren der Geissens: Auch würden laut Lambeck sofort alle Trailer mit dem Luxuspaar vom Sender genommen und sowohl Carmen als auch Robert Geiss von einer Jubiläumsfeier ausgeladen, die am kommenden Samstag stattfinden würde. Und der Ehrenpreis "Goldene Sonne" geht nun doch nicht an die Geissens, die neben ihrem Dauereinsatz bei RTL II seit rund zwei Jahren Aushängeschilder des FTI-Kanals gewesen sind. Auf ihren Job bei RTL II hat der Foto-Eklat übrigens keine Auswirkungen. "Es handelt sich hierbei um eine private Angelegenheit der Familie Geiss", kommentiert der Privatsender die Ereignisse auf Anfrage von W&V Online.

Hintergrund: Aus ihrem Kolumbien-Urlaub postete Carmen Geiss vor gut einer Woche auf ihrer Facebook-Seite mehrere Bilder aus einem Armenviertel und löste damit einen Shitstorm aus. Viele Fans zeigten sich empört über die Art und Weise, wie sich die Superreiche mit den Ärmsten inszenierte. Carmen Geiss entschuldigte sich im Nachgang allerdings nicht, sondern reagierte auf aufgebrachte Fans via Facebook mit nur einem einzigen Satz: "Neid und Eifersucht sind Krankheiten - ich wünsch' euch gute Besserung."

"Slum-Tourismus" sei ein häufig genannter Vorwurf in diesem Zusammenhang gewesen, teilt nun der Münchner Reiseshoppingsender mit - "und da die Promi-Millionärs-Familie Markenbotschafter von Sonnenklar TV ist, sah sich der Reisesender zu einer Reaktion gezwungen". Lambeck wollte nach eigenen Angaben noch vermitteln: "Wir haben Familie Geiss seit den Vorfällen mehrfach schriftlich gebeten, ihr verheerendes Verhalten zu korrigieren. Wir haben sogar vorgeschlagen, gemeinsam für soziale Zwecke in Kolumbien zu spenden." Aber die Geissens hätten diese Bitte und den Vorschlag rundum abgelehnt. Aus Sicht des Senders sei zum Schluss keine andere Wahl geblieben, als die Zusammenarbeit fristlos zu beenden.

Lambeck zufolge sollte eigentlich nach der Jubiläumsfeier in München über eine Verlängerung des Werbevertrags verhandelt werden - daraus wird nun nichts. Die Geissens verlieren damit laut "Bild" eine hohe sechsstellige Summe.

Update: Nach dem Rauswurf bei Sonnenklar TV hat sich Carmen Geiss dann doch noch für ihren Slum-Post bei den Fans entschuldigt. Erneut via Facebook. Hier der Screenshot:


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.


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