Der Gewinn von ProSiebenSat.1 hängt bislang aber vor allem vom klassischen Werbegeschäft ab - und da sieht es mau aus. "Auch der Oktober ist nicht sonderlich gelaufen", sagte Finanzvorstand Rainer Beaujean der dpa. Der Jahresumsatz des Konzerns soll zwar in einer ähnlichen Größenordnung zulegen wie im Quartal, der Betriebsgewinn sinken - grob gerechnet wäre es vielleicht ein Zehntel weniger. Die Prognose steht aber auf wackligen Beinen, denn in der Regel erwirtschaftet der Fernsehkonzern im letzten Quartal ein Drittel seines Jahresumsatzes und sogar 40 Prozent seines Betriebsgewinns.

Die Investitionen in die Zukunft des Unternehmens würden aber keinesfalls gekürzt, nur um kurzfristige Finanzziele zu erreichen, stellte Beaujean klar. "Das ist ein Marathon, kein kurzes Rennen."

Im TV-Zuschauermarkt lagen die Sender der ProSiebenSat.1 Group mit einem Marktanteil von 28,3 Prozent (14-49 Jahre) in den ersten neun Monaten des Jahres deutlich über dem Vorjahreswert (Vorjahr: 27,5 Prozent). Auch im Oktober setzte sich dieser positive Trend mit einem Zuschauermarktanteil von 28,8 Prozent fort. Die digitale Viewtime wuchs im dritten Quartal ebenfalls und legte um 21,8 Prozent zu. Insbesondere die Formate "The Voice of Germany", "Late Night Berlin" sowie "Das große Backen" sind auf allen Plattformen bei den Zuschauern beliebt. Insgesamt lag im dritten Quartal die Total Video Viewtime, also die Gesamtsumme der gesehenen Minuten auf allen linearen Kanälen und digitalen Entertainment-Plattformen des Konzerns, bei 253 Mrd Minuten (Vorjahr: 260 Mrd Minuten), wobei das Wachstum der digitalen Nutzung die zurückgehende lineare Reichweite in diesem Quartal noch nicht komplett ausgleichen konnte.

Nach Silvio Berlusconis Mailänder Mediaset-Konzern ist im Oktober Czech Media Invest (CMI) bei ProSiebenSat.1 eingestiegen. Conze
sagte, er habe sich gefreut und sehe das als Vertrauensbeweis von CMI in den Umbau. ProSiebenSat.1 beschäftigt rund 6500 Mitarbeiter.

dpa


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W&V Redaktion
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