Großbritannien :
Boulevard schlägt Qualitätstitel

Überraschendes Plus bei den Print-Anzeigenerlösen für die überregionalen britischen Tageszeitungen. Doch nicht alle profitieren in gleichem Maße.

Text: Franz Scheele

Erstmals seit langer Zeit verzeichneten die überregionalen Zeitungen in Großbritannien im ersten Quartal 2018 einen Anstieg bei den Print-Anzeigenerlösen – wenn auch nur um ein Prozent auf 153 Millionen Pfund (172 Millionen Euro). Dies geht aus dem aktuellen "Expenditure Report" der Advertising Association und der WARC hervor.

Das letzte Mal, dass die überregionalen Zeitungstitel in Großbritannien ein Plus erzielen konnten, war im vierten Quartal 2010. Während der darauf folgenden 28 Quartale musste die Mehrheit sinkende Erlöse sogar im zweistelligen Prozentbereich hinnehmen.

Allerdings ging es in den ersten drei Monaten dieses Jahres nicht für alle überregionalen Blätter tatsächlich aufwärts. So legten die Print-Anzeigenerlöse der Boulevard-Titel sogar um 2,8 Prozent zu, während die sogenannten Qualitätstitel – hierzu zählen die Times, der Telegraph, die Financial Times und der Guardian – ein Minus von 0,3 Prozent auf 48 Millionen Pfund (54 Millionen Euro) verzeichneten. Dies ist für Letztere aber dennoch der geringste Rückgang seit sechs Jahren.

Für das Gesamtjahr prognostiziert die Studie für die überregionalen Zeitungen dennoch ein Minus bei den Anzeigenerlösen in Höhe von 1,3 Prozent. Aber: Auch dies wäre immerhin das beste Ergebnis seit 2010.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.