Burda und WAZ schließen Vermarktungs-Allianz

Ab Sommer wird die Burda-Tochter BCN die über 30 Zeitschriften der WAZ-Gruppe mitvermarkten. Damit wollen beide Verlage stärker gegenüber der Konkurrenz durch internationale Konzerne, Fernseh- und Online-Vermarkter auftreten.

Text: W&V Redaktion

- keine Kommentare

Burda und die WAZ-Mediengruppe tun sich bei der Vermarktung von Zeitschriften zusammen. Die Burda-Tochter BCN übernimmt ab Juli die Vermarktung von 32 Zeitschriften der Essener WAZ-Gruppe, darunter TV-Titel wie "Gong" und wöchentliche Frauenblätter wie "Frau im Spiegel". Das berichtet das "Handelsblatt" und wird mittlerweile von beiden Verlagen offiziell mitgeteilt. An diesem Freitag haben beide den entsprechenden Mandatsvertrag unterzeichnet. "Der intermediäre Wettbewerb auf diesem Markt ist grausam, deshalb sollten die Verlage stärker zusammenarbeiten", so Burda-Verlagsvorstand Philipp Welte gegenüber der Düsseldorfer Wirtschaftszeitung. Mit der Kooperation entstehe ein Vermarktungsriese mit mehr als 500 Millionen Euro Umsatz, heißt es.

"Durch Burda haben wir nun einen Zugang zu neuen Marktsegmenten im Werbemarkt", freut sich WAZ-Zeitschriften-Chef Manfred Braun. "Wir erwarten künftig eine Umsatzsteigerung." Angebots- und Preishoheit, Marktpositionierung und Titelmarketing der WAZ-Zeitschriften verantwortet nach wie vor die WAZ Zeitschriften Marketing GmbH unter Daniela Sakowski.

Hintergrund der Allianz sind die Verteilungskämpfe um die Werbung unter den Publikumszeitschriften. "Die Marktanteile der Zeitschriften stagnieren in Deutschland, und die Fernseh- und Online-Vermarkter operieren zunehmend aggressiv gegen uns", sagte Welte dem "Handelsblatt". Zudem begründet er den Schritt mit dem "wachsenden Druck international operierender Megakonzerne auf unsere nationalen Märkte". Nach Marktschätzungen nehmen die Zeitschriftenverlage jährlich rund 1,4 Milliarden Euro durch Werbung ein. "Der Zwang, eine Allianz zu bilden, ist wichtiger denn je. Herzogtümer sind ausgestorben", ergänzte WAZ-Manager Braun. Durch die Zusammenarbeit würden sich Größenvorteile für Kunden und Agenturen ergeben. Zudem reduziere die Zusammenlegung die Kosten.

Die WAZ-Zeitschriften (u.a. "Die Aktuelle", "Das Goldene Blatt", "Bild und Funk") erwirtschaften dem Verlag zufolge einen Brutto-Werbeumsatz von 70 Millionen Euro. Sie verzeichnet demnach monatlich eine monatliche Gesamtreichweite von 14,6 Millionen Leser (MA-geprüfte Titel) und 13,9 Millionen verkaufte Exemplare.

Das BCN kommt auf einen Bruttowerbeumsatz von 599 Millionen Euro Bruttowerbeumsatz und einen Werbemarktanteil von 22,5 Prozent (Nielsen Media Research 2011) und ist damit größter deutscher Zeitschriftenvermarkter. Es vermarktet das gesamte Portfolio des Burda-Verlags (u.a. "Focus", "Bunte") und hält Mandate ausländischer Konzerne wie der französischen Groupe Lagardère oder der spanischen Grupo Zeta. Im Frühjahr 2010 stellte das BCN sich titel- und medienneutral auf, um sich an Kunden- und Agenturstrukturen zu orientieren. Seither besteht die Struktur aus drei Schnittstellen: das in acht Wirtschaftsbranchen unterteilte Segment Client Services mit Beziehungen zu rund 3.000 Werbekunden, die auf Mediaagenturen fokussierte Unit Media Sales und die auf Verlage und Vermarktungspartner spezialisierte Einheit Media Supply.

kas/jmk


Autor:

W&V Redaktion
W&V Redaktion

Nicht alle W&V-Artikel erscheinen unter dem Namen eines einzelnen Autoren. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Artikel mit „W&V-Redaktion“ gekennzeichnet sind. Zum Beispiel, wenn mehrere Autoren daran mitgearbeitet haben oder wenn es sich um einen rein nachrichtlichen Text ohne zusätzliche Informationen handelt. Wie auch immer: Die redaktionellen Standards von W&V gelten für jeden einzelnen Artikel.



0 Kommentare

Kommentieren

Diskutieren Sie mit