Genugtuung? :
Chefsache: Kai Diekmann verkündet in "Bild" das Ende der Wulff-Ehe

"Bild"-Chefredakteur und Wulff-Kritiker Kai Diekmann verkündet persönlich am Montagmorgen die Trennung des Ehepaars Christian und Bettina Wulff ...

Text: Petra Schwegler

07. Jan. 2013 - 13 Kommentare

Die Affäre Wulff begann mit "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann und sie endet mit "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann: Diekmann greift selbst in die Tasten, um am Montag über Informationen aus CDU-Kreisen zu berichten, wonach sich das Ehepaar Wulff getrennt habe - ein Jahr nach dem Rücktritt Christian Wulffs vom Amt des Bundespräsidenten. Demnach ist er bereits am vergangenen Wochenende aus dem gemeinsamen Haus der Familie in Großburgwedel ausgezogen und lebt nun in einer Miet-Wohnung in Hannover. Die Trennungsvereinbarung sei Montagfrüh unterzeichnet worden.

Bettina Wulff bleibe im Haus weiter wohnen und es werde spekuliert, ob die Immobilie, deren Kauf die so genannte Kredit-Affäre im Dezember 2011 auslöste, mittelfristig veräußert werden wird. Diese Affäre hatten Diekmann und "Bild" ans Licht gebracht, was wiederum eine spektakuläre Nachricht Wulffs auf Diekmanns Anrufbeantworter zur Folge hatte. "Bild" schlachtete in den Folgewochen den Fall voll aus; der Druck der Öffentlichkeit wurde immer größer, Wulff trat zurück.

Diekmann, der Wulffs langes Leugnen mit Genuss in Springers Boulevardblatt begleitet hat und immer neue Verfehlungen des Ehepaars ans Licht zerrte, dürfte es große Genugtuung bereit haben, am Montag zu formulieren: "Verantwortlich für das Scheitern der Beziehung, heißt es, seien am Ende die Belastungen aus der Affäre und dem damit verbundenen Rücktritt des Bundespräsidenten gewesen." Für das Stück dürfte Kai Diekmann die Überseeleitungen zum Glühen gebracht haben, zumal der "Bild"-Chefredakteur derzeit für den Verlag in den Staaten weilt. Bei Springer schalten andere Blätter bereits auf Satire um.

Übrigens: Mit dem Aufstieg und Fall des Ehepaars Wulff - stets begleitet vom Springer-Blatt - bewahrheitet sich einmal mehr das "Prinzip Bild". Es lautet: "Wer mit der 'Bild' im Aufzug nach oben fährt, fährt mit ihr auch wieder nach unten."


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



13 Kommentare

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Anonymous User 21. Februar 2013

Wie armselig von Kai Diekmann, nennt sich dieses Wesen Chefredateur von der Blöd-Zeitung??
Unsere Staatsanwaltschaften mischen auch kräftig mit, seit 1 Jahr ermitteln sie nun schon und haben nichts gefunden, außer heisser Luft. Dürfen diese von uns bezahlten Mitarbeiter unseres Staates, den guten Ruf eines Menschen, ohne Folgen befürchten zu müssen, zerstören (siehe Wulff, Kachelmann, usw). Es wäre schön, es diese sich um Wichtigeres kümmern würden, oder wollen die auch alle berühmt werden??

Anonymous User 8. Januar 2013

Willst Du Dir den Tag versauen, musst Du nur in die BILD rein schauen.

Anonymous User 7. Januar 2013

"Er hat sie angehimmelt" - dass SIE ihm nicht gut getan hat, haben alle gesehen. Er aber zu spät. Zuallervorderst war SIE es, die präsent war - auch bei Terminen, bei denen SIE gar nichts zu suchen hatte (Abschied vom Papst bei seinem Besuch in Deutschland). Nun wo Christian Wulff kein Glimmer und Glamour mehr zieren, sucht SIE sich neue Kreise. Man darf ihr alles zutrauen - immer mit Hintergedanken - dieses WEIB ist böse. Nur schwer zu verstehen, zu was man es mit "durchschnittlichem" Aussehen bringen kann...

Anonymous User 7. Januar 2013

"Er hat sie angehimmelt" - dass SIE ihm nicht gut getan hat, haben alle gesehen. Er aber zu spät. Zuallervorderst war SIE es, die präsent war - auch bei Terminen, bei denen SIE gar nichts zu suchen hatte (Abschied vom Papst bei seinem Besuch in Deutschland). Nun wo Christian Wulff kein Glimmer und Glamour mehr zieren, sucht SIE sich neue Kreise. Man darf ihr alles zutrauen - immer mit Hintergedanken - dieses WEIB ist böse. Nur schwer zu verstehen, zu was man es mit "durchschnittlichem" Aussehen bringen kann...

Anonymous User 7. Januar 2013

Der SPIEGEL hat ja neulich berichtet, am Ende des Wulff-Verfahrens könne es womöglich nur um eine Summe von 400 Euro (nein, ich habe keine Null vergessen) Vorteilsnahme gehen. Nun ja, ich war nie ein Freund von Wulff, aber es war doch eine neue Meisterleistung des Boulevard"journalismus", als nach Wulffs Mailbox-Anruf bei Diekmann Journalisten der BILD wochenlang Häppchen aus dem Anruf bei anderen Medien feilboten, um den Skandal zwecks Erhöhung vermeintlicher Glaubwürdigkeit über Bande zu spielen. Sollte es am Ende des Lebens tatsächlich eine Hölle geben, dürfte die Garstufe von Diekmann sicherlich nicht "englisch", sondern "voll durchgebraten" sein.

Anonymous User 7. Januar 2013

Naja, dass sich das Ehepaar von seiner Frau getrennt hat, war schon recht lustig. Aber jetzt hat sich das Ehepaar ein Jahr nach dem Rücktritt Christian Wuffs vom Amt des Bundespräsidenten getrennt. Das nenne ich mal »Am Stuhl kleben«!
___________________________
Es wird nicht besser, Frau Schwegler.

Anonymous User 7. Januar 2013

Verstehe ich den Text richtig, dass "sich das Ehepaar Wulff ... von seiner Frau getrennt" hat? Und wenn ja, dann ist das das einzig Interessante an dieser Meldung!

Anonymous User 7. Januar 2013

Danke @Hohlspiegel. Viel Ehe, viel Wulff, viel "Bild". Da kommt die Redakteurin schon mal durcheinander. Ist geändert.

Anonymous User 7. Januar 2013

Das Ehepaar Wulf hat sich von seiner Frau getrennt?

Anonymous User 7. Januar 2013

Aber hallo! Ob sich die Wulffs, die van der Vaarts oder sonstige B-Klasse Promis noch mal lieb haben werden, ist für mich persönlich aber so was von uninteressant! Da verbiegen sich in der journalistischen "Saure Gurken-Zeit" selbst die allerlei gewohnten alten Spreewald-Gurken zum geraden Lineal vor Lachen. Verschont uns doch einfach mit so was.

Anonymous User 7. Januar 2013

Tja, wenn die Bild jemanden fertig macht, dann aber so richtig.
Wahrscheinlich ist Herr Diekmann auch noch stolz auf sich und beruft sich auf die "gesellschaftliche Wichtigkeit" solcher Stories....

Tja, Bild regiert... armes Deutschland

Anonymous User 7. Januar 2013

Wulff tut mir trotz allem leid. Vergebung und Mitgefühl passt zwar nicht zum Boulevard, allerdings würde es dieser Branche manchmal nicht schlecht tun. Denn wie armselig ist es, auf jemanden zu treten, der schon am Boden liegt. Aber vielleicht gibt es ja bald mal jemand, der Diekmanns Schmuddelgeheimnisse auspackt...

Anonymous User 7. Januar 2013

Was für ein Abstieg!

Job Weg, Haus weg, neue Frau weg, alte Frau schon länger weg.... naja mit 100.000€ im Jahr (die andere Hälfte kriegt sie ja ^^ ) kann er noch bescheiden die Welt bereisen.

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