Big Data :
Datenallianz: Deutsche Vermarkter gegen Google

Große deutsche Medienhäuser planen eine enge Kooperation bei der datenbasierten Werbung. Die neue Datenallianz soll vor allem Google und Facebook Konkurrenz machen.

Text: Thomas Nötting

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Ein neues Bündnis für Big Data entsteht: Deutsche Vermarkter wollen ihre Datenschätze verknüpfen.
Ein neues Bündnis für Big Data entsteht: Deutsche Vermarkter wollen ihre Datenschätze verknüpfen.

Mehrere große deutscher Vermarkter planen offenbar eine enge Kooperation im datenbasierten Werbegeschäft. Ziel ist eine Datenallianz, die den US-Digitalkonzernen Google und Facebook besser Paroli bieten soll.

Initiatoren sind Branchengerüchten zu Folge die beiden TV-Konzerne RTL und ProSiebenSat.1 sowie der Internetkonzern United Internet. Rasmus Giese, Geschäftsführer der Vermarktungstochter United Internet Media, bestätigte jetzt laut Medienberichten grundsätzlich das Vorhaben. Die beiden Fernseh-Gruppen äußern sich nicht zum Thema.

Dass auch die beiden TV-Unternehmen im Boot sind, gilt allerdings als sehr wahrscheinlich. Beide Konzerne hatten in den letzten Monaten ihr Geschäft mit datenbasierter Werbung forciert und neu geordnet. Matthias Dang, Chef des RTL-Vermarkters IP Deutschland, hatte das Vorhaben öffentlich ebenfalls schon mehrfach angedeutet. Zuletzt erklärte er in W&V: "Im Datenbereich wird es nicht ohne Allianzen gehen. Wenn man wirklich auf Augenhöhe mit Google und Facebook kommen möchte, wäre jeder allein in Deutschland zu klein."

Wer sich sonst noch formiert

Im Mai hatten bereits weitere deutsche Konzerne einen Datenverbund angekündigt. Deutsche Bank, der Versicherungskonzern Allianz, Postbank, Axel Springer und Daimler planen eine einheitliche Online-Registrierung. Dieser so genannte digitale Generalschlüssel soll auch für die digitale Werbevermarktung genutzt werden. Mit weiteren potenziellen Alliierten, darunter wohl die Deutsche Telekom und die Lufthansa, wird verhandelt.

Die geplante Vermarkter-Allianz ist unabhängig von diesem Zusammenschluss um Deutsche Bank und Allianz. Dem Vernehmen nach soll das Vorhaben aber in der Praxis schon wesentlich weiter sein. Geplant ist offenbar eine Art Datenpool, in dem die Partner ihre Daten bündeln und verknüpfen.


Autor:

Thomas Nötting
Thomas Nötting

ist Leitender Redakteur bei W&V. Er schreibt vor allem über die Themen Medienwirtschaft, Media und Digitalisierung.



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