Der neue Chefredakteur Marty Baron (Liev Schreiber) wird durch eine Kollegin vom Boston Globe auf einen Missbrauchsfall in der katholischen Kirche aufmerksam. Baron beauftragt sein vierköpfiges Investigativ-Team "Spotlight" sich tiefer in die Recherche zu stürzen. Alsbald steht das Team mit Walter Robinson (Michael Keaton), Matt Carroll (Brian D’Arcy James), Michael Rezendes (Mark Ruffalo) und Sacha Pfeiffer (Rachel McAdams) vor eine gewichtigen Frage: Wie viele Kinder wurden tatsächlich von den Priestern missbraucht? Dem Journalisten Baron geht es bei der Recherche nicht um das Zurschaustellen von Einzeltätern. Vielmehr versucht er ein systemisches Problem beim Schopfe zu packen. Das gilt für den gesamten Film, der auf wahren Begebenheiten beruht und auch die Abhängigkeit Bostons von der Institution Kirche hinterfragt. Gleichzeitig gelingt es dem Ermittlungsthriller manch schnöde Redaktionskonferenz zur mitreißenden Seance zu machen.

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2. Shot in the Dark

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Los Angeles. Wenn die Dunkelheit hereinbricht, häufen sich Verkehrsunfälle und Verbrechen. "Shot in the Dark" folgt drei Kameramännern, die bei Nacht losziehen, um heikle Ereignisse zu filmen und an TV-Sender zu verkaufen. Ob Totschlag oder Massenkarambolage: alles muss vor die Linse. Die Doku-Serie ist das erschreckend reale Equivalent zu Dan Gilroys Spielfilm "Nightcrawler" (2014),  in dem der Protagonist (Jake Gyllenhaal) – ausgerüstet mit Kamera und schnellem Auto – der Polizeifunk abhört und immer tiefer in den Strudel der Sensationsgier gerät. Um die möglichst brutal-blutigen Aufnahmen einzufangen braucht es auch in "Shot in the Dark" Kalkül. Neben journalistischer Arbeitsethik wird zugleich die Medienkompetenz des Publikums hinterfragt: Warum wollen wir solche Bilder überhaupt sehen?

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3. Philomena

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Philomena Lee (Judi Dench) ist fast 70 Jahre alt. In bester Roadmovie-Manier begibt sich die Seniorin an der Seite des Journalisten Martin Sixmith (Steve Coogan) auf die Suche nach ihrem verlorenen Sohn Anthony. Vor 50 Jahren wurde Anthony von Nonnen zur Adoption freigegeben. Hintergrund ist Philomenas Jugend, in der sie während der 50er Jahre in einem irischen Kloster aufwuchs. Der Aufarbeitung dieses Vorfalls soll sich nun Sixmith annehmen, der als Ex-Ministeriumssprecher eigentlich viel lieber über seinem Buch über russische Geschichte brüten würde. Doch durch die warmherzige Philomena muss der unterkühlte Journalist seinen Zynismus gegenüber der Menschlichkeit aufgeben. Im Verlauf der Geschichte wird er sich seiner Verantwortung als vermittelnder Journalist bewusst. Die Geschichte ist tatsächlich passiert und beruht auf einer Buchvorlage.

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4. Gone Girl – Das perfekte Opfer

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An ihrem fünften Hochzeitstag fehlt von Amy Dunne (Rosamund Pike) plötzlich jegliche Spur. Schnell gerät Ehemann Nick Dunne (Ben Affleck) in Verdacht, etwas mit dem Verschwinden zu tun zu haben. Die Ermittler und das Umfeld des Paares tappen im Dunkeln. Wer waren die Dunnes wirklich? Beide Hauptfiguren werden zunächst wage als New Yorker Journalisten eingeführt. Er schreibt erfolgreich im Lifestylebereich, ihre journalistische Tätigkeit wird nicht näher erwähnt. Das ist zugleich der Stoff, aus dem auch die Beziehungsprobleme der Dunnes gemacht sind. Nicht nur wird die Print- zur Ehekrise, auch der Umstand, dass Amy sich gegenüber Nick stets klein gemacht hat, wird zum Pulverfass. Erzählt wird das mit klugen Rückblenden. Parallel dazu erlebt man die Klatschpresse, die nie am Wahrheitsgehalt rund um den Fall Dunne interessiert ist.

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5. True Story

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Nach einer wahren Geschichte: Reporter Michael Finkel (Jonah Hill) fälscht einen seiner Artikel und wird überführt. Er steht vor dem Ende seiner Karriere – doch eine Lokalzeitung fragt an, ob er ein Porträt über den Mörder Christian Longo (James Franco) schreiben könne. Die Interviews mit dem Inhaftierten werden für den Journalisten zu einem Verwirrspiel, denn Longo hatte bei seiner Verhaftung gesagt, sein Name laute "Michael Finkel".

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Gastautor:

Benjamin Freund hat Medienwissenschaft und Kulturjournalismus studiert und arbeitet als freier Journalist für diverse Print- und Onlineformate. Er wirft ein Auge auf die großen und kleinen Phänomene unserer Pop- und Netzkultur.


Autor:

W&V Leserautor

W&V ist die Plattform der Kommunikationsbranche. Zusätzlich zu unseren eigenen journalistischen Inhalten erscheinen ausgewählte Texte kluger Branchenköpfe. Einen davon haben Sie gerade gelesen.