Wesentlich kritischer werden dagegen soziale Netzwerke beurteilt. Nur knapp jeder fünfte Befragte (22 Prozent) und rund jeder vierte Zeitungsleser (24 Prozent) ist der Ansicht, dass die in den sozialen Netzwerken angebotenen Nachrichten ausreichen, um gut informiert zu sein. Nur elf Prozent der Bevölkerung und 15 Prozent der Leser verlassen sich darauf, dass die Nutzer dort nur korrekte Inhalte posten.

Print ist beliebteste Nutzungsform

Befragt nach der Häufigkeit der Nutzung regionaler Tageszeitungsangebote, geben 80 Prozent der Bevölkerung an, im letzten Jahr die regionale Tageszeitung gelesen zu haben. Knapp zwei Drittel (65 Prozent) lesen mindestens wöchentlich ihre Abozeitung.

Beliebteste Nutzungsform ist mit 47 Prozent unverändert die gedruckte Zeitung, 39 Prozent nutzen die Online-Angebote und 19 Prozent das noch junge, aber mit einem Plus von 36 Prozent gegenüber der Vorjahresumfrage stark wachsende Segment der E-Paper.

Digitale Angebote werden häufiger genutzt

Wie die Studie weiter belegt, bestehen zwischen der Nutzung von Print und Digital Unterschiede: Auf die digitalen Angebote wird häufig zugegriffen – 41 Prozent der Nutzer besuchen (mehrmals) täglich das Webangebot ihrer regionalen Tageszeitung (Print 37 Prozent, E-Paper 35 Prozent).

Die gedruckte Ausgabe wird als Genussmedium wiederum besonders intensiv gelesen – 77 Prozent der Leser studieren die Inhalte mindestens 15 Minuten lang, ein Viertel sogar bis zu einer Stunde.

Im Vergleich dazu werden die digitalen Angebote eher gesnackt (54 Prozent der Nutzer lesen online mindestens 15 Minuten), in der Mitte – quasi als Hybrid – positioniert sich das E-Paper (62 Prozent der Nutzer vertiefen sich mindestens eine Viertelstunde in die Inhalte).

Anzeigenblätter: Nicht hip, aber beliebt

Ein weiterer Fokus der Untersuchung liegt auf der Nutzung und den Nutzungsmotiven von Anzeigenblättern, die knapp neun von zehn Personen (88 Prozent) regelmäßig kostenlos erhalten. Die zentralen Erkenntnisse: Mehr als jeder Zweite (53 Prozent) nutzt sie regelmäßig (mindestens wöchentlich).

Dabei gehören für 71 Prozent Anzeigenblätter einfach zum Alltag dazu, knapp zwei Drittel (65 Prozent) würden sie vermissen und ein Viertel gibt sein Wochenblatt sogar an andere weiter. Über beide Angebote hinweg lesen 79 Prozent der Bundesbürger zwischen 15 und 64 Jahren (42,4 Millionen Menschen) mindestens wöchentlich eine regionale Tageszeitung oder Anzeigenblätter.

Befragt nach den Nutzungsmotiven geben 60 Prozent der Leser an, in ihren Anzeigenblättern immer wieder interessante Anregungen zu finden. Weiter achtet mehr als die Hälfte (57 Prozent) bewusst auf Anzeigen und 48 Prozent nutzen die Anzeigenblätter, um ihre Einkäufe zu planen.

"Bedeutende Rolle im Alltag der Menschen"

"Sei es in Bezug auf Nachrichten, Informationen und deren Einordnung wie auch als praktischer Ratgeber für Konsumentscheidungen: Die diesjährigen Zeitungsfacetten belegen aufs Neue die bedeutende Rolle der regionalen Tageszeitungen wie auch der Anzeigenblätter für den Alltag der Menschen", betont Carsten Dorn, Geschäftsführer der Score Media Group.

"Die vergangenen Monate, in denen Corona die Welt fest im Griff hatte, dürften das Bewusstsein der Menschen in Bezug auf Verlässlich- und Glaubwürdigkeit wie auch auf die Notwendigkeit von professionellem Journalismus und validierter Berichterstattung noch einmal deutlich geschärft haben."

So seien regionale Tageszeitungen und Anzeigenblätter in einer komplexen globalisierten Welt für die Menschen mehr denn je eine wesentliche Konstante und erreichten sie genau dort, wo sie leben, konsumieren und zuhause sind, sagt Dorn.



Autor: Maximilian Flaig

ist seit 2018 W&V-Redakteur und verbringt in dieser Funktion die meiste Zeit des Tages im Agenturressort. Dort versorgt ihn die kreativste Branche der Welt zuverlässig mit guten Geschichten - oder mit Zahlen für diverse Rankings. Sport- und Online-Marketing interessieren den gebürtigen Kölner besonders.