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American Crime Story: The Assassination of Gianni Versace (Staffel 2)

Bei Netflix verfügbar

 

Golden Globe, Emmy und weitere Auszeichnungen konnte die zweite Staffel der Anthologieserie American Crime Story für sich gewinnen. In „The Assassination of Gianni Versace“ zeigt die Serie ihren zweiten prominenten Kriminalfall: die Ermordung des Modeschöpfers Gianni Versace (Edgar Ramirez) durch den Serienmörder Andrew Cunanan (Darren Criss). Auf letzterem liegt auch der Fokus und Handlungsstrang der neun Folgen.

Kaleidoskopisch und provokativ erzählt Regisseur Ryan Murphy Puzzleteil für Puzzleteil die Geschichte eines Mörders, der auch die damaligen Ermittler lange täuschen konnte. Hinter der Fassade entblößt sich nicht nur ein brutaler Serienmörder, sondern auch ein Mensch mit Tiefe. Was daran Realität ist und was Fiction muss am Ende jeder selbst entscheiden. Die Versace-Sippschaft steht der Serie kritisch gegenüber – nicht zuletzt durch die nicht bestätigte, aber in der Serie thematisierte HIV-Erkrankung des italienischen Modezaren. Doch diese True Crime Serie punktet nicht allein durch die Story, sondern verzaubert in ihrer Gesamtperformance: Dramaturgie, Bild und Soundtrack führen zu einem filmisches Gesamtkunstwerk, dass man fast die blutige Wahrheit dahinter vergisst.

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Making a Murderer (Doku-Reihe)

Bei Netflix verfügbar

Der US-Amerikaner Steven Avery wird wegen Vergewaltigung verurteilt. Doch der Fall zeigt keinen Täter, sondern Justizwillkür. Jedenfalls präsentieren die Produzentinnen Moira Demos und Laura Ricciardi in der zehnteilige Serie eine Geschichte, die voll mit Ungereimtheiten und bedrückender Tragik ist. Genau das ist es auch, was die Reihe so bekannt gemacht hat. So fordern seit der Veröffentlichung der Dokumentation im Jahr 2015 bislang 534.041 Menschen per Petition Averys Unschuld – der übrigens seine eigene Doku im Gefängnis übrigens nie sehen durfte.

Die einzelnen Folgen setzen sich aus Videomitschnitten, Verhöraufnahmen, Gerichtsverhandlungen, Interviews und Telefonaten aus den letzten zehn Jahren zusammen. Die Reihe ist wohl auch deshalb zum modernen True Crime Klassiker geworden, weil sie die wesentliche Frage in den Vordergrund stellt: Was ist die Wahrheit?

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Jeffrey Epstein – stinkreich (Doku-Reihe)

Bei Netflix verfügbar

Der amerikanische Investmentbanker Jeffrey Epstein folgte lange der Maxime, dass man mit Macht, Geld und Einfluss alles tun kann. Über 20 Jahre lange missbrauchte er minderjährige Frauen, die er für "Massagen" bezahlte. Und die sich immer als Sexualverbrechen entpuppten. Regisseurin Lisa Bryant deckt sein Schneeballsystem für sexuellen Missbrauch auf und gibt den traumatisierten Opfern endlich eine Stimme.

Im Fokus stehen vor allem die Ermittlungen und Berichte der Überlebenden. Hier sollte die Trigger-Warnung am Anfang der vierteiligen Dokumentation auch ernst genommen werden. Wer in Epsteins kranke Wirklichkeit eintaucht, kommt aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Die Realität bleibt auch hier absolut unfassbar.

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Wild Wild Country (Doku-Reihe)

Bei Netflix verfügbar

Der Titel der sechsteiligen Doku-Reihe ist irreleitend: Hier geht es nicht um Cowboys im Wilden Westen. Es ist die Geschichte eines indischen Gurus und seiner widersprüchlichen Kommune. Bhagwan Shree Rajneesh besiedelte mit tausenden Anhängern ein ehemaliges Ranch-Gelände in Oregon und schaffte sich dort eine spirituelle und freizügige Parallelwelt. Das führte vor allem zu Auseinandersetzungen mit dem benachbarten 40-Seelen-Dorf. Doch nicht nur dieser Interessenkonflikt wird spannend umgesetzt. Auch die dunklen Machenschaften der polarisierenden Gemeinschaft werden aufgedeckt. So wie ein Bombenanschlag, dutzende Abhörskandale und Mordversuche.

Immer wieder schafft es die Dokumentation aber auch die aufkommenden Meinungen beim Zusehen zu wechseln. In der einen Sekunde sympathisiert man mit machthungrigen Sektenmitgliedern, in der anderen verachtet man die fragwürdige Bhagwan-Gesellschaft zusammen mit den angrenzenden Bewohnern. Der beständige kritische Blick auf die verschiedenen Protagonisten ohne eigne Wertung, bietet ein hochwertig recherchiertes Doku-Erlebnis.

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I am a Killer: Released (Doku-Reihe)

Bei Netflix verfügbar

Wie schockierend ein Leben nach dem Vollzug sein kann, spiegelt das neueste True Crime Original aus dem Hause Netflix wieder. Die dreiteilige Serie zeigt die Perspektive eines eiskalten Mörders, der erst zum Tode verurteilt wurde und sich dann nach 30 Jahren doch wieder in eine fremdgewordene Gesellschaft eingliedern soll.

Der Ableger der britischen True Crime Doku-Reihe "I am a Killer" punktet wie die vorangegangene Produktion vor allem durch das Erzählte selbst. Der Straftäter Dale Wayne Sigler reflektiert sein neues, angepasstes Leben, sowie das Leben, dass er nun nach 30 Jahren Gefängnis hinter sich lassen muss. Hier schockiert das wahre Motiv seiner Tat.

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 Autorin:

 Annika Spohn hat Journalistik studiert und arbeitet als freie Redakteurin. Dabei ist ihr Spezialgebiet das genaue Hinsehen, ob im echten Leben oder in Film und Serie. 



Autor: W&V Gastautor

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