Nicht nur P7S1 und RTL, auch Disney, Discovery und die Telekom steigen in den VoD-Markt ein und bieten lokale Serienproduktionen an. Wer soll das alles schauen?

Das ist allerdings eine berechtigte Frage, aber bei über 200 Minuten Fernsehkonsum in Deutschland gibt es wohl ausreichend Nachfrage. Das Problem wird sich eher in der Frage des Zugangs zuspitzen. Aber niemand will für jede seiner Lieblingsserien einen eigenen Dienst aufrufen müssen. Meiner Meinung nach entsteht hier Raum für einen neuen Aggregator. Amazon versucht ja bereits mit dem Firestick diese Lücke zu füllen.

Sie haben – auch durch das Goldmedia VoD-Ranking - tiefe Einblicke in das Konsumverhalten. Gibt es noch eine Marktlücke im VoD-Bereich?

Es gibt auf alle Fälle Zielgruppen, die derzeit nicht gut von VoD-Angeboten erreicht werden. Das sind in erster Linie ältere Menschen über 50  und hier insbesondere die Frauen. Zusätzlich gibt es Formate, die wie gesagt im VoD nicht oder noch nicht gut funktionieren. Ich denke, dass diese Kombination genau im Fadenkreuz von z.B. RTL stehen, da der Sender diese Zielgruppe bisher immer gut erreicht hat.

Welches der genannten neuen Projekte halten Sie für am aussichtsreichsten?

Für eine Einschätzung ist es noch zu früh, da die genaue inhaltliche Ausrichtung noch nicht bekannt ist. Außerdem wird auch die Frage des Marketings eine große Rolle spielen. Die Sendergruppen haben – anders als die Telekom - natürlich den Vorteil, über ihre TV-Kanäle viele Menschen anzusprechen zu können. Wenn dann Inhalt und Usability der Plattformen stimmen, kann es durchaus Erfolge geben.

Eine Nutzerzahl von 10 Millionen netto halte ich jedoch derzeit für keinen der neuen Anbieter für erreichbar. Das würde ja fast eine Marktverdoppelung bedeuten.

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Autor:

Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

schreibt als Autorin überwiegend für W&V. Im Zentrum ihrer Berichterstattung steht die geschwätzigste aller Branchen, die der Medien. Nach der Ausbildung an der Burda Journalistenschule schrieb sie zunächst für Bunte und das Jugendmagazin der SZ, Jetzt. Am liebsten sind ihr Geschichten der Marke „heiß und fettig“.