Verbrechen geht in Druck :
Die Zeit startet ein neues Kriminal-Magazin

Der Titel Zeit Verbrechen widmet sich wahren Fällen. Im Mittelpunkt: extreme Situationen sowie Abgründe der menschlichen Seele und unserer Gesellschaft.

Text: Manuela Pauker

Zeit Verbrechen: bei Erfolg zwei Mal jährlich am Kiosk.
Zeit Verbrechen: bei Erfolg zwei Mal jährlich am Kiosk.

Der Krimiboom hält an: Am 24. April bringt der Zeit Verlag das Magazin Zeit Verbrechen an den Kiosk. Das Heft legt den Schwerpunkt "auf Fälle mit Zeitdimension", teilt der Verlag mit. Heißt: Es werden Fälle präsentiert, die teilweise schon Jahrzehnte zurückliegen. Das Heft geht der Frage nach, wie die diese Geschichten weitergingen, wie die Protagonisten heute leben – sowohl Täter als auch Opfer und Ermittler.

Bei der Zeit reagiert man mit dem neuen Titel auf die positive Resonanz, die die Kriminalseite "Recht & Unrecht" beim Publikum erzielt. Die Seite ist seit November 2015 Bestandtteil der Wochenzeitung.

Sabine Rückert, Herausgeberin von Zeit Verbrechen und stellvertretende Chefredakteurin der Zeit: "In wahren Kriminalgeschichten geht es nicht zu wie im Fernsehkrimi mit dem absehbaren Ende, sie handeln vielmehr von tatsächlich geschehenen, extremen Situationen. Um Abgründe unserer Seele und unserer Gesellschaft, um Menschen, die plötzlich die Kontrolle verlieren – über sich oder die ganze Lage."

Wie kriminell ist man eigentlich selbst?

In der Mischung von Reportagen, Fotostrecken - etwa Porträts von Polizeispürhunden - und Infografiken kommen in Interviews und eigenen Beiträgen auch Fachleute zu Wort. So schildert etwa die Strafrechtsprofessorin Elisa Hoven, wie sie in einem Kriegsverbrecherprozess an die Grenzen des Rechtsstaats geriet. Der Kriminalist David Weisburd erklärt, warum er am Cottbusser Tor in Berlin mit der Kriminalitätsbekämpfung anfangen würde, und Schauspieler Charly Hübner, der im Hamburger Schauspielhaus den Frauenmörder Fritz Honka darstellt, stellt sich im Interview der Frage: Wie kriminell bin ich selbst?

Zeit Verbrechen ist zum Preis von 5,95 Euro im Handel erhältlich; die Druckauflage beträgt zum Start 60.000 Exemplare. Kommt der Titel an, soll er voraussichtlich zwei Mal jährlich erscheinen. Das Heft dürfte eine ähnliche Zielgruppe im Visier haben wie der Mitbewerber Crime, der zur Stern-Familie von Gruner + Jahr zählt: Dort erscheint das Heft zweimonatlich und erzielt nach Verlagsangaben im Schnitt rund 80.000 verkaufte Exemplare. Preislich liegt Stern Crime mit 5,50 Euro pro Ausgabe leicht unter dem neuen Magazin der Zeit.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde