Hauptversammlung :
Dieter Hahn und Fred Kogel legen Ämter bei Constantin nieder

Auf der Hauptversammlung von Constantin Medien legen Aufsichtsratschef Dieter Hahn und CEO Fred Kogel ihre Ämter nieder.

Text: W&V Redaktion

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Fred Kogel (li.) und Dieter Hahn werfen bei Constantin Medien hin.
Fred Kogel (li.) und Dieter Hahn werfen bei Constantin Medien hin.

Der Machtkampf bei Constantin-Medien erlebt einen neuen Höhepunkt. Im Streit um die Richtung des Medienkonzerns scheint nun der Schweizer Großaktionär Bernhard Burgener gegenüber seinem Kontrahenten Dieter Hahn Oberwasser zu bekommen. Hahn, der wie Burgener mehr als 25 Prozent der Aktien kontrolliert und somit Vetorechte hat, trat am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München als Aufsichtsratschef zurück. Daraufhin legten auch alle anderen Aufsichtsräte sowie Vorstandschef Fred Kogel ihre Ämter nieder.

Wie sehr das Verhältnis zerrüttet ist, zeigt ein vorangegangener Antrag von Burgener, in dem er den Tagesordnungspunkt "Dem Vorstandsvorsitzenden Fred Kogel wird das Vertrauen entzogen" vorschlug. Als Begründung wird unter anderem genannt, dass Kogel bereits seit geraumer Zeit Verkaufsgespräche für den Sender Sport1 und seinen Vermarkter führt ohne dass die Aktionäre auf der jetzigen Hauptversammlung darüber entschieden haben. Daneben schlug Burgener vor, dass das Unternehmen den gesamten Vorstand sowie Hahn auf Schadensersatz  verklagen soll.

Hahn wollte zudem die traditionsreiche Filmsparte von Constantin verkaufen, um demnächst fällige hohe Schulden zurückzuzahlen. Danach wollte er sich eigentlich auf das profitablere Sportgeschäft konzentrieren. Burgener blockierte das. Beide Seiten streiten sich auch vor Gericht.

Der ehemalige Kirch-Manager Hahn sagte auf der Constantin-Hauptversammlung, mit seinem Rücktritt wolle er verhindern, dass das Unternehmen durch den Streit beschädigt werde. Aber seine Interessen als Aktionär werde er weiter vertreten. Burgener hatte schon im vergangenen November versucht, die Machverhältnisse zu seinen Gunsten zu ändern. Der zweifelhafte Ablauf der Aktionärsversammlung liefert den juristischen Grund für die Klagewelle. (lp mit Hilfe von dpa)


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