Videostreaming :
Film-Kofinanzierung gegen Streaming-Rechte

Amazon braucht neue Programmware und sucht Gespräche mit Hollywood-Studios. Doch die sehen in den Streamingdiensten zunehmend eine Konkurrenz.

Text: Franz Scheele

Im immer härter werdenden Wettbewerb um Streaming-Rechte führt Amazon derzeit Sondierungsgespräche mit den Hollywood-Studios Sony und Paramount. Das Angebot: eine Kofinanzierung von Filmproduktionen gegen die Überlassung der Streaming-Rechte, wie der Wirtschaftsdienst Bloomberg berichtet.

Amazon benötigt für seinen Streamingdienst dringend neuen Content, da es mit seinem Film- und Serienangebot nicht wirklich mit dem populäreren Konkurrenten Netflix mithalten kann. In diesem Jahr will Amazon deshalb mehr als fünf Milliarden Dollar in die Produktion und den Kauf von Programmware stecken.

Für die Filmstudios wäre das Geld von Amazon andererseits hochwillkommen, da Filmproduktionen immer mit hohen wirtschaftlichen Risiken verbunden sind. Und sowohl Sony als auch Paramount hatten vergangenes Jahr laut Bloomberg wichtige Kofinanzierungspartner verloren.

Disney baut eigenes Streaming-Angebot auf

Unklar ist allerdings, welche Rechte Amazon tatsächlich von den Studios erhalten könnte, da beide langfristige Verträge mit diversen Kabelkanälen haben.

Konkurrent Netflix hatte vor längerer Zeit einen Coup gelandet, als es sich von der Walt Disney Co. die Streaming-Rechte für Filme wie "Avengers: Infinity War" oder "Star Wars" sichern konnte. Doch die Hollywood-Studios sehen in den Streamingdiensten zunehmend eine Konkurrenz.

Disney beispielsweise ist gerade dabei, ein eigenes Portfolio an Streaming-Angeboten aufzubauen. Entsprechend kündigte der Mickey-Mouse-Konzern bereits an, dass er die Streaming-Vereinbarung mit Netflix nicht mehr verlängern werde, wenn der bestehende Kontrakt Ende dieses Jahres ausläuft.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.