Die Fernsehnutzungszeit verteilt sich immer mehr zu Lasten klassischen Fernsehens.

Die Fernsehnutzungszeit verteilt sich immer mehr zu Lasten klassischen Fernsehens.

Alternativen finden die "Fernsehzuschauer" bei Streamingdiensten wie Netflix und Amazon, dazu in den Mediatheken der klassischen Sender sowie auf Gratisportalen wie Youtube oder Vimeo bieten alternative Inhalte. All das können dank Smart TVs viele Nutzer bereits auf dem gewohnten Fernsehbildschirm vom Sofa aus sehen - aber eben nicht nur dort.

"Die Konkurrenz für das lineare TV nimmt entsprechend an Vehemenz weiter zu", stellen die Studienautoren von Best Research fest. "Dabei werden die Bemühungen und Investitionen aller Anbieter in Richtung Content-Quantität und -Qualität aufgrund des Wettbewerbs untereinander stetig größer."

Kampf um die begrenzte Nutzungszeit

Im Umkehrschluss aber bedeutet das, dass für das klassische Fernsehen immer weniger Nutzungszeit bleibe. Am meisten erübrigen noch die Zuschauer von 45 bis 59 Jahren (ältere wurden in dieser Umfrage nicht berücksichtigt): 6,7 von 10 Stunden Fernsehzeit schauen sie klassisch. Aber bereits ein Drittel der Zeit alternative Angebote.

"Die jungen Zielgruppen leben bereits in einer neuen TV-Landschaft", sagt Initiator der Studie und Best-Research-Geschäftsführer Wolfgang Best. "Das klassische TV-Programm ist für sie nur noch eine Option von vielen. Bei älteren Befragten geht es hingegen noch mehr um die Veränderung der eigenen Sehgewohnheiten, die durch lineares TV gelernt und geprägt wurden. In dieser Situation müssen sich die TV-Sender genau überlegen, welche Inhalte in welchen Kooperationen produziert und finanziert werden sollen, um im Kampf um die begrenzte Nutzungszeit am Ball zu bleiben", rät Best.

Denn: Ein paar TV-Lagerfeuer gibt es noch. Welche Programmformate das sind, hat die W&V-Medienexpertin Petra Schwegler hier analysiert. Die nun am Brennen zu halten und sie mir kleinen Feuerstellen digital zu flankieren, das ist die Aufgabe, der sich die Programmmacher stellen müssen.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.