Was dort genau passiert? Lange ein Geheimnis. Am Donnerstag wird es gelüftet. Es dauert keine drei Sekunden, da ist das alte Raabiversum wieder vereint. Raabs ewiger "Show-Praktikant" Elton (47) kommt auf die Bühne und kündigt seinen alten Meister an: "Oh mein Gott, es gibt ihn wirklich noch!" Raab wiederum hat sich optisch kaum verändert, abgesehen davon, dass er nicht mehr Jeans und Hemd trägt wie früher meist, sondern - ganz der gesetzte Entertainer - Anzug und Krawatte. Er eröffnet die Show mit seinem Gaga-Lied "Wadde hadde dudde da?", das er im Jahr 2000 beim Eurovision Song Contest sang.

Es ist eine Art persönliche Werkschau, die Raab für den Abend vorbereitet hat - vor allem eine musikalische. Kaum ein Hit von ihm wird übergangen: "Hier kommt die Maus", "Wir kiffen", sogar die gute alte Regina Zindler feiert eine Auferstehung. Aus ihrem in einer Gerichtssendung gesprochenen Wort "Maschendrahtzaun" hatte Raab einst einen Nummer-eins-Hit komponiert. Man schrieb das Jahr 1999.

Dazwischen streut Raab Witze ein, die man sich genau so auch in einer Ausgabe von "TV total" hätte vorstellen können. "Wo sind die Hände?", fragt Raab das Publikum und will dann ein "An den Armen!" hören. Seinen Keyboarder fordert er auf, seinen recht prächtigen Bauch zu zeigen. Ab und zu blitzt auch der Raab von ganz früher durch, der als provozierendes TV-Schreckgespenst durch Sendungen bei Viva sprang. Sein Bassist etwa kommt aus dem Hunsrück. Raab: "Hunsrück, oder wie wir sagen: Wo Papi und Mami noch Geschwister sind."

Welchen Stellenwert Raab in der Branche immer noch besitzt, lässt sich an der Gästeliste ablesen, die immer länger wird. Mit Komikerin Carolin Kebekus (38) singt er eine Version von "Atemlos durch die Nacht", Rapper Sido (37) überredet er, aus den Zuschauerrängen auf die Bühne zu kommen - und mit Komiker Luke Mockridge (29) trällert er ein albernes Musical. Natürlich sind auch seine beiden musikalischen Schützlinge Max Mutzke (37) und Stefanie Heinzmann gekommen. Zum Schluss kommen dann sogar die Toten Hosen, um mit Raab (51) ihren Hit "Bonny & Clyde" zu singen. Einfach so, ohne große Gags.

Wenn man sich fragt, was der rote Faden von all dem sein soll, dann lautet die Antwort wohl einfach: Raab und worauf er eben gerade Lust hat. Er lässt auch weitgehend offen, was er die ganze Zeit so gemacht hat. Außer, dass er 2017 bei einem Konzert von Elton John war. "Im Grunde ist das die Abschiedsshow, die Stefan Raab damals nicht hatte", fasst ein Twitter-Nutzer zusammen.

Wer sich eine neue, genialische Idee des "Schlag den Raab"-Erfinders erhofft hatte, wird enttäuscht. Es ist eher das Gefühl, das aufkommt, wenn man einen liebgewonnenen Film noch mal sieht, zur Weihnachtszeit. Immerhin werden damit die Witze entkräftet, die Klaas Heufer-Umlauf am Abend parallel im Fernsehen reißt. Es geht um Raabs 52. Geburtstag am Samstag: "Ab jetzt spielt er "Schlag den Raab" nur noch gegen Arthritis und nächtlichen Harndrang."

"Ich könnte noch stundenlang weitermachen" sagt Raab, ganz zum Schluss der pausenlosen Show. Er wird noch mindestens zweimal wiederkommen. Im November und Dezember gibt es noch zwei Shows.

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Jonas-Erik Schmidt, dpa


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W&V Redaktion
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