Branchennews in Kürze :
Herrmanns Mediennotizen

ProSiebenSat.1-Chef Albert für Kooperation mit Öffentlich-Rechtlichen, Vodafone-Deal gut für Glasfaserausbau, Check 24 bleibt Sportschau-Sponsor, AfD-Verein gegen Rundfunkbeitrag.

Text: Susanne Herrmann

Conrad Albert, Vorstand ProSiebenSat.1.
Conrad Albert, Vorstand ProSiebenSat.1.

ProSiebenSat.1. Und sein Chef Conrad Albert können der Idee eines Videoportals zusammen mit den Öffentlich-Rechtlichen viel abgewinnen. Der neue ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm hatte das vorgeschlagen. "Ulrich Wilhelm ist ein echter Vordenker. Ich begrüße die Idee", sagte Albert dem Handelsblatt. "Wir brauchen deutsche und europäische Alternativen zu Netflix, Amazon Prime oder Youtube. Wenn wir in Deutschland auch noch in Zukunft eine funktionierende Medienindustrie haben wollen, müssen wir jetzt die Weichen stellen."
Das Kartellamt sei in der Vergangenheit bei der Bewertung einer engeren Zusammenarbeit von Privatsendern mit ARD und ZDF über das Ziel hinausgeschossen, kritisierte Albert. "Wir brauchen ein stärkeres Verständnis für die realen Marktbedingungen und eine Anpassung des Medienkonzentrations- und Kartellrechts, um Gegengewichte im Markt zu ermöglichen." Es müsse denkbar sein, dass die großen Player auch im Bewegtbild stärker kooperieren. dpa

Vodafone. Erntet Zustimmung beim Deutschen Landkreistag. Dort sieht man in der geplanten Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia durch Vodafone Chancen für den Wettbewerb und den Glasfaserausbau. Der Präsident des kommunalen Spitzenverbands, Reinhard Sager, sagte, es sei gut, dass es neben der Telekom, mittelständischen Unternehmen und Stadtwerken mit Vodafone einen weiteren Akteur gebe. Sager erwartet, dass das Unternehmen nach dem Kauf den Gigabit-Ausbau nicht nur mit Fernsehkabeln, sondern auch mit Glasfasern bis in die Haushalte vorantreibe - gerade auch im ländlichen Raum. Um mitzuhalten, könnte die Telekom stärker als bisher den Glasfaserausbau auf der sogenannten letzten Meile vorantreiben müssen, argumentieren die Befürworter der Übernahme. dpa

Sportschau. Wird in der kommenden Saison im dritten Jahr in Folge Check 24 als Sponsor dabei haben. In der Zeit von Juli 2018 bis Juni 2019 ist Deutschlands größtes Vergleichsportal mit siebensekündigen Trailern im Ersten on air und erreicht damit durchschnittlich über fünf Millionen Zuschauer pro Sendung.

Check 24 ist als Programmsponsor in Sportumfeldern auch vertreten bei der Fußball-WM in ARD und ZDF, als Namensgeber beim Fußball-Talk Der Check-24-Doppelpass auf Sport 1 und als Gewinnspielsponsor der WM-Qualifikationsspiele bei RTL.

Rundfunkbeitrag. Will ein maßgeblich von Brandenburger AfD-Politkern getragener Verein mit einer Volksinitiative kippen. "Das Ziel ist es, die Landesregierung zur Kündigung aller Rundfunkstaatsverträge zu zwingen", sagte der Potsdamer Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Vereins Genug GEZahlt, Renè Springer, am Montag. Die Initiative richte sich gegen die "Zwangsabgabe", die alle Haushalte bezahlen müssten, auch wenn sie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht nutzten. GEZ (von Gebühreneinzugszentrale) gibt es seit 2013 nicht mehr; die Gebühren heißen seither Rundfunkbeitrag.
Es gehe dem Verein nicht um die Abschaffung der öffentlich-rechtlichen Sender, sagte Springer, "aber sie sollten sich auf die Grundversorgung konzentrieren". In einer ersten Stufe benötigt der Verein für die Volksinitiative mindestens 20.000 Unterschriften. Nach einem Volksbegehren, das von mindestens 80.000 Brandenburgern getragen werden müsste, wäre ein Volksentscheid frühestens zur Landtagswahl 2019 realistisch, sagte Springer.
Am Mittwoch verhandelt das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe über die Frage, ob der Rundfunkbeitrag verfassungsgemäß ist. (mit dpa)


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.