Sowohl der ausscheidende Hulu-Gesellschafter AT&T/Warner Media als auch Comcast/NBC Universal planen derzeit allerdings ebenfalls den Launch eigener Streamingdienste – AT&T noch in diesem Jahr, Comcast voraussichtlich 2020. Dies könnte dazu führen, dass Warner Media Lizenzrechte, die in der Vergangenheit an Hulu vergeben wurden, nicht mehr verlängert.

AT&T will die Erlöse aus dem Verkauf der Hulu-Anteile zunächst für die Reduzierung des gewaltigen Schuldenbergs nutzen, den der Konzern durch die Übernahme von Time Warner im vergangenen Jahr aufgehäuft hat.

Pläne für eine internationale Expansion

Die zunehmend wichtige Rolle, die Hulu zumindest in der Strategie von Disney spielt, spiegelt sich auch in dem angesetzten Unternehmenswert von 15 Milliarden Dollar wider. Noch im vergangenen Sommer hatte Disney den Wert des Streamingdienstes lediglich auf 9,3 Milliarden Dollar angesetzt, 2016 lag er sogar erst bei 5,8 Milliarden.

Derzeit operiert Hulu ausschließlich auf dem amerikanischen Markt. Bis Ende des Jahres will der Streamingdienst die Zahl der Abonnenten von derzeit gut 25 Millionen auf 30 Millionen steigern. Außerdem, so erklärte Disney auf seiner Präsentation von Disney+ in der vergangenen Woche, werde gegenwärtig eine internationale Expansion geprüft.

Hulu schreibt nach wie vor rote Zahlen. In diesem Geschäftsjahr, das im September endet, werden es nach eigenen Angaben rund 1,5 Milliarden Dollar sein. Schwarze Zahlen will der Dienst von 2023 oder 2024 an schreiben.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.