Print-Auflagen :
IVW-Analyse: Programmies bleiben Millionenseller

Die aktuelle IVW I/17 ist da - und zeigt, dass in einigen Segmenten immer noch ordentliche Vertriebsumsätze zu machen sind. Allen voran die 14-täglichen Programmzeitschriften.

Text: Manuela Pauker

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Die Programmzeitschriften bleiben für die Verlage in Sachen Vertrieb größtenteils weiter eine sichere Bank: Die TV-Titel gehören zur selten werdenden Spezies der Blätter, die eine verkaufte Auflage über der Millionengrenze erreichen. Die meisten Käufer hat laut der aktuellen IVW I/17 das 14-tägliche Bauer-Blatt TV 14: Rund 2,4 Millionen Hefte gingen im Schnitt in den ersten drei Monaten des Jahres von jeder Ausgabe über den Tresen. Die Million knackten außerdem noch TV Digital (1,6 Mio Exemplare), TV direkt (1,1 Mio), TV Spielfilm plus (1,0 Mio), und, als einziger Wochentitel, die Hörzu (1,0 Mio). Zulegen konnte zwar keiner der Titel, die Verluste halten sich allerdings allesamt im prozentual einstelligen Bereich.

Deutlich heftigere Abstriche muss die Gattung der aktuellen Zeitschriften und Magazine machen. Stabil hält sich der Spiegel mit 771.066 verkauften Exemplaren (minus 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal). Auch die Verluste von Focus bleiben mit rund 3,9 Prozent halbwegs überschaubar; aktuell rangiert der Burda-Titel bei 456.020 verkauften Heften.

Stern kürzt bei Bordexemplaren

Für Gruner + Jahrs Stern weist die Bilanz 595.729 Exemplare aus, immerhin rund 17,2 Prozent weniger. Dafür hat der Verlag aber eine Erklärung: Seit Jahresbeginn senke der Stern seine „weiche Auflage“. So wurden rund 90.000 Exemplare bei der Bord- und Lesezirkel-Auflage abgebaut. In den „harten“ Sparten Abo und Einzelverkauf sieht es etwas besser aus; hier fehlen unter dem Strich 33.000 Exemplare. Zugleich steigt die E-Paper-Auflage um rund 25 Prozent auf über 20.000 Exemplare.

Vorbei sind die Rekordjahre offenbar auch für die Landmagazine. Der ewige Überflieger und Pionier Landlust verliert knapp zehn Prozent seiner Käufer und rutscht unter die Millionengrenze (906.528 Exemplare). Landidee kommen knapp 15 Prozent der Auflage abhanden; hier wird noch gut eine Viertelmillion an Heften verkauft. Für Burdas Mein schönes Land läuft es ein wenig besser; die Auflage liegt im ersten Quartal bei rund 305.000 verkauften Exemplaren (minus 6,5 Prozent). Hier scheint also ein einstiger Megatrend langsam aber sicher abzuflauen.

Der nächste Trend, die Thermomix-Magazine, stehen aber ja bekanntlich schon parat. In der aktuellen IVW ist davon zwar noch nichts zu bemerken, da die meisten Titel dieser noch zu neu sind, um ihre Auflage an die Kontroll-Organisation zu melden. Das dürfte sich in den kommenden Quartalen aber ändern.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde



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